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Yi Yi (1999)

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NJ Jian, seine Frau Min-Min und ihre zwei Kinder sind eine ganz normale Mittelklassefamilie. Sie teilen die Wohnung mit Min-Mins Mutter. NJ ist an einer Computerfirma beteiligt, die zwar in den letzten Jahren guten Umsatz gemacht hat, nun aber kurz vor dem Konkurs steht. Er freundet sich mit der Idee an, sich mit Ota, einem innovativen Softwaredesigner aus Japan, zusammenzutun und genießt es, Zeit mit dem charmanten und gewandten Japaner zu verbringen. Alles wendet sich jedoch zum Schlechten am Tag, an dem A-Di,Min-Mins Bruder, heiratet. Die Mutter erleidet einen Schlaganfall und fällt ins Koma, aus dem sie nie wieder erwachen wird. An diesem Tag begegnet NJ auch Sherry, seiner Jugendliebe, die nun verheiratet ist und die er seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat...

Filmkritik

Mit genauester Beobachtungsgabe fühlt Edward Yang in seinem meisterlichen siebten Werk "Yi Yi" einer taiwanesischen Mittelstandsfamilie nach. Der zurecht in Cannes letztes Jahr mit dem Regiepreis ausgezeichnete Film weist ein Spektrum an Lebensnähe auf, das sich über drei Stunden ausbreitet und diese auch benötigt.

Die Mitglieder der vielköpfigen Familie sind auf sich allein gestellt, als sie auf Probleme stoßen, die bislang keine waren. Ruhig und respektvoll nähert sich Yang ihren Emotionen, Wünschen, Hoffnungen. Er legt ihnen Schwierigkeiten und Fragen in den Weg, die nicht im Handumdrehen zu lösen sind. Glück und Sorgen halten sich die Waage, finden Eingang in lebenserfahrende Überlegungen, ohne didaktisch zu wirken.

Die frappierende Alltagsnähe bedingt ein großes Identifikationspotenzial. Dafür verzichtet Yang auf große Dramatik und lässt die kleinen Momente zu den wichtigen werden. Es gibt keine Plotpoints, entscheidende Sekunden, sondern Entwicklungen, die fast unmerklich die Personen reifen lassen.

Am Schleifstein Leben beißen sich die Figuren fast die Zähne aus, drohen zu verzweifeln - und meistern ihre Probleme schließlich mit realistischen Einsichten. Früher hätte man dazu Dialektik gesagt, heute nennt man es der Komplexität des Lebens ins Auge sehen. So ehrlich und gleichzeitig ungemein optimistisch hat selten ein Regisseur erzählt.





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Land: Taiwan, Japan
Jahr: 1999
Genre: Drama
Länge: 173 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 14.06.2001
Regie: Edward Yang
Darsteller: Elaine Jin, Wu Nien-jen, Issey Ogata
Verleih: Pegasos

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