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Kritik: Mademoiselle (2000)


Es gibt Filme, denen merkt man an, dass sie dem Regisseur sehr wichtig gewesen sind. Meistens muss man dann ein ausgesprochen angestrengtes Werk ertragen, da der Regisseur alles überinszeniert, um auch sicher zu sein, dass sein Anliegen deutlich wird. Aber wenn man Glück hat, dann entsteht daraus ein Film wie „Mademoiselle“. Die kleine französische Produktion zeichnet sich dadurch aus, dass das Thema den Machern nicht nur sehr wichtig war, sondern sie sich auch der Kraft ihrer Erzählung sicher waren. Insofern durchzieht „Mademoiselle“ eine angenehme Atmosphäre der Zurückhaltung, die sich ausgesprochen positiv auf das Seherlebnis auswirkt.

Mit lockerer Handschrift nimmt Regisseur Philippe Lioret das Motiv des Improvisationstheaters auf, um dadurch den Moment im Leben einer Frau zu beschreiben, an dem sich ihr Dasein hätte ändern können. Das Zusammentreffen von ihr und einem Mann entwickelt sich so als romantische Möglichkeit. Dabei enthält sich der Film jeder Form eines rührseligen Kitsches. Statt dessen spürt Lioret auf stimmige Weise der Gefühlswelt seiner Protagonistin nach. Dabei entwickelt er aber nicht eine bessere Gegenwelt zur tatsächlichen Existenz der Frau, sondern es geht ihm um eine möglichst präzise Beschreibung des Moments.

„Mademoiselle“ beschwört die Magie bestimmter Erlebnisse der Vergangenheit, deren Linie sich aber nicht weiter fortgesetzt hat. Ein Gefühl, dass viele Menschen kennen. Mit Humor und dem nötigen Sinn für die emotionale Ernsthaftigkeit seiner Geschichte gelingt es Lioret, eine Grunderfahrung im Leben eines jeden Menschen, nämlich an Scheidewegen Weichen stellen zu müssen, in berührende Bilder zu gießen.





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