oder

My Sweet Home (2001)

Beim Polterabend in einer Berliner Kneipe macht sich eine Multi-Kulti-Gesellschaft Gedanken über Heimat, Familie und den Sinn des Lebens. Abschlussfilm des Griechen Filippos Tsitos, ein wohlmeinendes, aber arg kopflastiges deutsches Drama...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Ein Polterabend: Der Amerikaner Bruce hat seine deutsche Freundin Anke überredet, ihn zu heiraten - obwohl sie sich erst einen Monat kennen. Während Anke fest entschlossen ist, endlich eine richtige Familie für sich und ihre kleine Tochter zu gründen, beschleichen Bruce an diesem Abend Zweifel: Soll er jetzt wirklich heiraten und in Berlin bleiben, um endlich ein Lebensziel zu haben? Oder soll er allem den Rücken kehren und "back to Cali'fuckin'fornia"? Das Schicksal von Bernd und Anke vermischt sich am Polterabend mit den ganz unterschiedlichen Geschichten der "multikulturellen" Gäste. Alle haben sich an diesem Abend in einer Berliner Kneipe zusammengefunden - ob eingeladen oder nicht. Und alle fragen sich das Gleiche: Was ist Zuhause?

Filmkritik

Der Filmtitel deutet es ganz heimlich an, in Filippos Tsitos Beitrag zum europäischen Kino geht es um die Frage, wo Heimat und Zuhause sind. Das ist ein interessantes Thema, dem man sich mit tragischen, amüsanten oder auch nachdenklichen Geschichten widmen kann.

Tsitos geht einen anderen Weg. Weil ihm eine starke Erzählung nicht reicht, bemüht er sich in 87 Minuten ganz viele Schicksale und Ansichten unterzubringen. Ein Vorgehen, dass man bestenfalls interessant, in der vorliegenden Form aber keineswegs gelungen nennen kann. Denn ab einem bestimmten Punkt entkoppelt sich der Film vollends von den zu Beginn eingeführten beiden Charakteren Anke und Bernd, auf deren Polterabend in einer Berliner Kneipe wir uns befinden.

Irgendwelche gescheiterten Einwanderer, über die der Film nur wenige Informationen bereit hält, tragen ansatzweise ihre Geschichte beziehungsweise ihre Ansicht zu den Themen Heimat und Zuhause vor. Dieses wilde Konglomerat durcheinander erzählter Elemente besitzt aufgrund der knappen Zeit keinen dramaturgischen Bogen. Ähnlich verhalten sich die Szenen, in denen Bernd, unsicher geworden, ob die Heirat richtig ist, durch Berlin streift und dabei irgendwelche Menschen trifft, die über die Frage, was nun ein Problem sei, streiten.

Tsitos ist das Kunststück gelungen seine kurzen 87 Minuten in unendlich viele Teile zu zersplittern. Das Ergebnis ist eine langweilige Zusammenschau einzelner Fragmente, die alle möglicherweise einen hervorragenden Film abgegeben hätten, zusammen aber nur wie sich feindlich gegenüber stehende Bruchstücke erscheinen. Tsitos hat sein Thema effektiv zerstört.





TrailerAlle anzeigen

Zum Video: My Sweet Home

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland, Griechenland
Jahr: 2001
Genre: Drama
Länge: 87 Minuten
Kinostart: 16.05.2002
Regie: Filippos Tsitos
Darsteller: Elefteria Sapountzi, Nadja Uhl, Harvey Friedmann
Verleih: Pegasos

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.