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Kritik: My Sweet Home (2001)


Der Filmtitel deutet es ganz heimlich an, in Filippos Tsitos Beitrag zum europäischen Kino geht es um die Frage, wo Heimat und Zuhause sind. Das ist ein interessantes Thema, dem man sich mit tragischen, amüsanten oder auch nachdenklichen Geschichten widmen kann.

Tsitos geht einen anderen Weg. Weil ihm eine starke Erzählung nicht reicht, bemüht er sich in 87 Minuten ganz viele Schicksale und Ansichten unterzubringen. Ein Vorgehen, dass man bestenfalls interessant, in der vorliegenden Form aber keineswegs gelungen nennen kann. Denn ab einem bestimmten Punkt entkoppelt sich der Film vollends von den zu Beginn eingeführten beiden Charakteren Anke und Bernd, auf deren Polterabend in einer Berliner Kneipe wir uns befinden.

Irgendwelche gescheiterten Einwanderer, über die der Film nur wenige Informationen bereit hält, tragen ansatzweise ihre Geschichte beziehungsweise ihre Ansicht zu den Themen Heimat und Zuhause vor. Dieses wilde Konglomerat durcheinander erzählter Elemente besitzt aufgrund der knappen Zeit keinen dramaturgischen Bogen. Ähnlich verhalten sich die Szenen, in denen Bernd, unsicher geworden, ob die Heirat richtig ist, durch Berlin streift und dabei irgendwelche Menschen trifft, die über die Frage, was nun ein Problem sei, streiten.

Tsitos ist das Kunststück gelungen seine kurzen 87 Minuten in unendlich viele Teile zu zersplittern. Das Ergebnis ist eine langweilige Zusammenschau einzelner Fragmente, die alle möglicherweise einen hervorragenden Film abgegeben hätten, zusammen aber nur wie sich feindlich gegenüber stehende Bruchstücke erscheinen. Tsitos hat sein Thema effektiv zerstört.






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