VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Monday (2000)


Was an einem verkaterten Montagmorgen alles für Katastrophen zu entdecken sind, lässt der einfallsreiche Regisseur Sabu seinen bemitleidenswerten Protagonisten durchmachen. Mit spürbaren Vergnügen rollt der Japaner ("Postman Blues", "DANGAN Runner") die nicht ganz neue Geschichte von den dummen Zufällen, die zum Amoklauf führen, von hinten auf und entdeckt so einen fruchtbaren Nährboden für eine wahnwitzige Satire. Wie eine Persiflage auf Joel Schumachers "Falling Down" wandelt sich das Bild vom zahmen, angepassten Angestellten zum unberechenbaren Mann ohne Gnade von Charles-Bronson-Format. Dabei beginnt Sabu, der eigentlich Hiroyuki Tanaka heißt, gemächlich, um sich dann in eine unaufhaltsame Klimax hineinzusteigern. Seitenhiebe auf die japanische Disziplingesellschaft und ihre Opfer hagelt es ebenso, wie auf traditionelle Gebräuche, die meist noch aus der Kaiserzeit stammen, sowie die allgegenwärtige Yakuza und ihr unverschämtes Selbstbewusstsein. Der Spaß steht dabei eindeutig im Vordergrund, wenn sich die Leichen auf groteske, aber nicht allzu brutale Tarantino-Weise häufen. Augenzwinkernd parodiert Sabu dabei die Mechanismen von Selbstjustiz-Thrillern, die für ihn eine Spielwiese sind, sein famoses Talent zu beweisen. Mit dem unerwartet pazifistischen Ende krönt er seinen vierten Film mit einer willkommenen Botschaft, die unvergleichlich komisch dargeboten wird.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.