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Im Fadenkreuz - Allein gegen alle
Im Fadenkreuz - Allein gegen alle
© 20th Century Fox

Im Fadenkreuz - Allein gegen alle (2001)

Behind Enemy Lines

Der abgeschossene US-Marine Owen Wilson muss im Bosnien-Krieg vor der serbischen Soldateska fliehen. Peinlich chauvinistischer US-Thriller, wieder mal eine Werbefilm für die US-Armee von einem Ex-Werbefilmer: Technisch brillant, inhaltlich fragwUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Bosnien-Herzegowina, Mitte der neunziger Jahre: US-Kampfpilot Chris Burnett befindet sich zusammen mit seinem Partner Michael Stackhouse auf einem Erkundungsflug über gefährlichem Territorium, als sie illegale militärische Aktivitäten entdecken. Lokar, Kommandant der serbischen Soldateska, zögert keine Sekunde: Er lässt den US-Jet kurzerhand abschießen. Mittels Schleudersitz retten sich die beiden Piloten, doch bei der Landung bricht sich Stackhouse ein Bein. Während Burnett die Gegend erkundet, töten die Freischärler den hilflos am Boden liegenden US-Marine. Panisch ergreift Burnett die Flucht, die serbischen Milizen dicht auf seinen Fersen. Per Funk informiert er seinen Vorgesetzten, Admiral Reigart, der mit seiner Truppe auf einem US-Flugzeugträger vor der Küste stationiert ist. Doch dem sind die Hände gebunden: Aus politischen Gründen darf er keine Rettungsaktion starten. Burnett muss sich alleine bis zur nächsten UNO-Schutzzone durchschlagen...

Filmkritik

Als erste Vorhut einer ganzen Packung Kriegsfilme nimmt diese Bosnien-Rettungsaktion einen Spähposten im Kino ein, den sie mit einer naiven und gleichermaßen dreisten John-Wayne-Mentalität verteidigt. Der mit Feindbildern und Angstvorstellungen des völkermordenden, ruchlosen Serbenfreischärlers sorglos hantierende Actionthriller hat mit dem wahren Vorfall, auf den er sich übertrieben beruft, wie zu erwarten nicht mehr das geringste zu tun. Nach dem spektakulär gefilmten Abschuss einer F-18 hinter feindlichen Linien (so der O-Titel "Behind Enemy Lines") fährt Regisseur John Moore eine wahre Parade an patriotischen Gesten auf, die eine klare Rollenstilisierung in ein Gut-und-Böse-Schema vorsieht, dass wie die Werbebotschaft für die eigenen Jungs zur Stimmungsmache gegen ein minderwertiges Volk verkommt. Versatzstücke aus Bruckheimer-Clips und pseudo-dokumentarischer Look verschmelzen zu einem reaktionären Eintopf, dessen sporadische Actionszenen allerdings fesseln, aber die einfallslose Handlung kaum verhehlen und den üblen Geschmack des Imperialismus, dem alles Fremde indifferent ist, in ihrer Effektheischerei nur verstärken. Das anspruchslose und politisch ungelenke Balkan-Abenteuer steht nur am Anfang einer neuen Welle ("Black Hawk Down", "Hart's War", "We Were Soldiers") die kritiklos den Bellizismus und die eigene Armee preist, als hätte es Cimino, Coppola, Stone und Kubrick nie gegeben. Ein (ungewollt deutliches) Spiegelbild derzeitiger amerikanischer Befindlichkeiten seit dem 11.9. und dem Afghanistan-Krieg.




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Land: USA
Jahr: 2001
Genre: Thriller
Länge: 105 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 31.01.2002
Regie: John Moore
Darsteller: Owen Wilson, Gene Hackman, Gabriel Macht
Verleih: 20th Century Fox

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