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Kritik: Schule (2000)


Allerhand, was dem Spielfilmdebütanten Marco Petry mit diesem Porträt über die letzten Tage an der Schule gelungen ist. Die rasch aufeinanderfolgenden Episoden sorgen für einen angenehmen Erzählrhythmus, ohne in verwirrende Clip-Ästhetik abzurutschen. Auch bei den Charakteren beweist die jugendliche Regie Fingerspitzengefühl: Die Dialoge wirken wenig konstruiert, was wohl dem jugendlichen Alter des Regisseurs und seiner noch frischen Erinnerung an die eigene Schulzeit zuzuschreiben ist. Für das passende Maß an Frische und Pep sorgt Petry mit einer ganzen Latte von Nachwuchsstars, allen voran Daniel Brühl und Jasmin Schwiers. Überraschend authentisch und geradezu wohltuend undramatisch wirken die Szenen im Schulhof und im Klassenzimmer – auch sie überzeugen durch eine gute Mischung aus Klischees und Eigenart. Zudem sind sämtliche Figuren schön ausbalanciert, ohne dass der Film auf einen roten Faden verzichten muss: Sandra und Marcus sind der Pol, um den das wilde Treiben und die verwirrenden Pärchenbildungen kreist. All dies bildet eine überzeugende Plattform, auf der Marco Petry seine eigentliche Geschichte inszeniert. Wie sich auf der Party am See die einzelnen Geschichten der rund 20 Jugendlichen plötzlich abzuheben beginnen, ist schon grandios umgesetzt. Flugs wird aus der anfänglichen Komödie eine Serie kleiner Tragödien, die ohne unnötigen Pathos und Tiefgang auf die Kernaussage des Films hinführen: Die Schule als Scheideweg und als nur eine von vielen Stationen. Trauer und Abschied halten sich im Filmgeschehen die Waage mit Zukunftsträumen, aber auch Zukunftsängsten. Auch wenn einige Situationen, wie etwa Liebesbotschaften via Frühstücksradio, einen unnötigen Hang zum Plakativen verraten, so besticht Petrys Porträt insgesamt doch durch ein enormes Maß an Lebensnähe und einer guten Beobachtungsgabe für Details.





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