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Vaya con dios (2001)

Drei Mönche auf Wanderschaft durch Deutschland Richtung Italien und ihre Konfrontation mit dem Alltag. Eine witzige, herzenswarme deutsche Komödie von Zoltan Spirandelli und einem schnellen Wiedersehen mit Daniel Brühl...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.7 / 5

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Seltsame Gestalten ziehen durchs Land - drei Mönche: Der asketische Benno, der stets hungrige Tassilo und der Jüngste, Arbo, der noch nie eine leibhaftige Frau gesehen hat. Sie mussten ihr Klosterleben in Brandenburg hinter sich lassen. In Italien sollen noch Brüder im Geiste leben, dort wollen sie Zuflucht finden. Ihre einzige Habe sind die Kutte am Leib, ein kostbares Buch mit ihrer Ordensregel und jede Menge Gottvertrauen. So gerüstet, begegnen sie unserem modernen Leben, voller Sünde und Versuchung, aber auch voller Überraschungen und Herausforderungen. Für Arbo hält es die größten Abenteuer überhaupt bereit: Den Weg in die Freiheit, die Begegnung mit einer wunderschönen jungen Frau und die erste Liebe.

Filmkritik

Eines der ältesten Komödienrezepte ist die Taktik, Dinge aufeinanderprallen zu lassen, die entweder tatsächlich oder dem klischeehaften Schein nach nicht zueinander passen. Die lebenslustige Nonne, welche die weite Welt außerhalb der Klostermauern mit ihrer peppigen Art aufmischt, oder die Prostituierte, welche in streng religiöse Gesellschaft gerät und deren moralinsaures Gehabe aufweicht, gehören zu den beliebten Prototypen eines solchen Komödienverständnisses. "Vaya con Dios" beschreibt einen sehr ähnlichen Weg, indem er drei Mönche aus ihrem sicheren Refugium heraus in die Welt schickt. Deren religiöse Art, die sich eines Übermaßes an Vergnügen enthält, trifft auf eine Gesellschaft, die Spaß zu einem ihrer Hauptprinzipien erhoben hat. Und schon ist der Gegensatz wieder da, der für den Humor herhalten soll. Natürlich gibt es im Film auch den Evergreen "unerfahrener Mönch wird von attraktiver Frau in sexuelle Versuchung geführt". Die Taktik des Aufeinanderpralls geht nur dann auf, wenn die Darsteller in Spiellaune sind, so dass sie als Komödianten das Geschehen in amüsanter Weise verkörpern, und wenn die Szenen jenseits der Klischeekonstellation kleine originelle Einfälle sowie ein gutes Timing besitzen. Beides vermögen Regisseur Zoltan Spirandelli und seine Schauspieler in netter Weise zu leisten. Man lacht mehr als einmal bei "Vaya con Dios", ohne das der Film zu einem echten Komödienhighlight würde. Über die Konfrontation eines zurückgezogenen, ruhigen Lebensentwurfes mit dem schnellen Leben außerhalb des Klosters gelingt Spirandelli sogar ein Hauch von Gesellschaftskritik, ohne jedoch zu tiefsinnig zu werden. Im Ergebnis ist "Vaya con Dios" eine angenehme, kleine Komödie, die man ansieht, ohne sich zu ärgern oder in übermäßiges Frohlocken auszubrechen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2001
Genre: Komödie
Länge: 106 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 28.03.2002
Regie: Zoltan Spirandelli
Darsteller: Michael Gwisdek, Daniel Brühl, Traugott Buhre
Verleih: Senator Film

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