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Kritik: Komm, süßer Tod (2000)


Friedlich liegen die Einsatzzentralen mit angeliederten Betriebshöfen der Rettungsdienste in den Vierteln Wiens. Aber das ist eine wohlfeile, hinterhältige Täuschung, denn in Wirklichkeit herrscht ein erbitterter Kleinkrieg zwischen den Kreuzrettern und dem Rettungsbund. Da wird der Funk des Gegners abgehört, um auch den letzten Diabetikerpatienten noch vor der Nase wegzuschnappen. Als die ersten Toten zu beklagen sind, lässt auch die Polizei nicht mehr auf sich warten. Doch verhaften die mit einem altgedienten Rettungssanitäter den Falschen. Da dessen Tochter sich damit nicht abfinden möchte, bittet sie einen Ex-Polizisten und jetzigen Mitarbeiter beim Rettungsbund, private Ermittlungen anzustellen. Der stößt schnell auf ein Netz aus widerwärtigen Machenschaften, das langsam gefährlich wird.

Der Film ist zynisch, rabenschwarz und stellt einen herrlichen Antihelden in den Mittelpunkt, den man mit seiner etwas grantigen, faulen Art einfach ins Herz schließen muss. Ein wenig ungeschickt, aber letztlich unerbittlich stolpert der privat nachforschende Rettungssanitäter durch ein Geflecht mieser Typen, die keine Skrupel haben. Das moderne Samaritertum in Form der Sanitätsdienste interpretiert "Komm, süßer Tod" in eine Art durchtriebener Wegelagerei um. Zurückhaltend lakonisch inszeniert gelingt das Kunststück, zugleich spannend zu sein sowie perfekt getimte Situationskomik auf den Zuschauer los zu lassen. Gleichzeitig hinterfragt "Komm, süßer Tod" ironisch die Lebenswelt leicht desillusionierter Charaktere und die aktuell um sich greifende Profitmentalität mit beachtlichem Erfolg.






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