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Uzumaki (2000)

Japanischer Horrorfilm, der auf einem erfolgreichen Manga-Comic basiert. In einem Dorf greift langsam der Wahnsinn um sich, als die Menschen süchtig nach Spiralen werden. Ein einfallsreicher, spannender Streifen der schrägeren Machart...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Suichis Vater Toshio wird auf ungewöhnliche Art von allen spiralförmigen Dingen angezogen. Sein Sohn macht sich große Sorgen um ihn. Zusammen mit seiner Freundin Kiri wollte Suichi eigentlich das Dorf verlassen, doch durch das merkwürdige Verhalten seines Vaters ist er unentschlossen. Toshio vernachlässigt sogar seine Arbeit und lässt sich bei Kiris Vater, einem Keramikhändler, extra einen spiralförmigen Teller anfertigen. Toshios Frau ist überhaupt nicht begeistert von diesem Spiralenwahnsinn und zerstört die Sammlung ihres Mannes. Vor Wut beginnen sich die Augen von Toshio im Kreis zu drehen und er lässt nicht von seinen Ideen ab. Später wird seine Leiche in einer Waschmaschine aufgefunden - zusammengerollt wie eine Spirale. Sein Tod ist nur der Beginn eines mörderischen Spiralenmysteriums. Schon bei der Beerdigung raucht es in Spiralen aus dem Krematorium, was bei Yukie, seiner Frau, eine solche Spirlenphobie auslöst, dass sie sich sogar die Haut auf den Fingerkuppen abschneidet. Nach weiteren Zwischenfällen macht sich der Journalist Tamura auf die Suche nach den Ursachen dieses Phänomens, denn auch Suichi beginnt sich seltsam zu verformen, als er zusammen mit Kiri und ihrem Vater das kleine Gebirgsdorf verlassen will...

Filmkritik

Jahre nach der ersten Manga-Welle ("Akira") und zu einem Zeitpunkt, wo diese längst als Kinderprogramm ins Privatfernsehen Einzug gehalten haben ("Sailor Moon") mehren sich japanische Realfilme, die auf Mangavorlagen basieren. Takashi Miike, die aufsteigende Galionsfigur, hat seine unberechenbare Wildheit oft aus den buchdicken Comics kondensiert. Die ungezügelten Phantasien und ausgewachsenen Verrücktheiten des gleichnamigen Manga von Junji Ito hat der Newcomer Higuchinsky (ein Pseudonym von Akihiro Higuchi) für sein Erstling inspiriert, aber gleichzeitig auch schwer überfordert. So holpert seine betont schräge Mystery-Geschichte keinesfalls stilsicher durch sich arg langsam häufende Vorkommnisse, die recht phlegmatisch aus der Perspektive der Schülerin Kirie ihren Verlauf nehmen. Higuchinsky gelingt weder Spannung noch Intensität, allenfalls zeigt er für das Monströse Interesse - aber das kann sich sehen lassen: selbständig rollende Augen, vielfach verdrehte Menschenkörper, humanoide Schnecken, eine meterhohe, vielgliedrige Haartolle: die Faszination an der Spirale zieht sich als Hauptattraktion durch den Film und sei es als Suchbild - computeranimierte Wirbel am Bildrand. Fast monochrome Bilder und eine einschläfernde Stimmung geben "Uzumaki" einen surrealen Touch wie ein (Alb)Traum. Doch Higuchinsky kann die bizarren Ideen der Vorlage nicht in einen packenden Plot integrieren und dümpelt gelangweilt vor sich hin. Vielleicht liegt ihm auch nichts an einer herkömmlichen narrativen Dramaturgie, doch eine nennenswerte Alternative dazu entwickelt er leider auch nicht.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Japan
Jahr: 2000
Genre: Horror
Länge: 91 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 13.09.2001
Regie: Higuchinsky
Darsteller: Eriko Hatsune, Fhi Fan, Hinako Saeki
Verleih: Rapid Eye Movies



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