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Kritik: Jazz Seen (2001)


William Claxton ist einer der bekanntesten Jazz-Photographen, und Regisseur Julian Benedict – nach seiner Arbeit über "Blue Note – A Story of Modern Jazz" nun schon tief im Thema - setzte ihn und seine Arbeit überzeugend ins Bild. Die Photographien Claxtons beschwören eine vergangene Zeit wieder herauf, deren Flair auch der Film stellenweise erliegt. Doch zwischen rührenden und spannenden Momenten werden immer auch Brüche im Film offenbar. Das sind nicht nur bewusst thematische Lücken, sondern auch handwerkliche Ungenauigkeiten, wie banale Fehler bei den Untertiteln oder Patzer im Schnitt. Dramaturgisch ist der Film an die Biographie von Claxton gebunden. Dies kann keine durchgehende Spannungskurve garantieren, aber einige Erzählungen und Episoden wirken doch sehr zusammenhanglos. Ein wenig mehr Stringenz hätte man sich gewünscht. Auch über den Einsatz von nachgespielten Szenen in einem Dokumentarfilm kann man diskutieren, aber insgesamt bietet der Film so eine spannende Mixtur an Informationsquellen. Die Auftritte und Statements der vielen Stars sind immer interessant, allerdings geraten sie dann ein wenig fragwürdig, wenn Benedict die Befragten über die Aussage und die Motivation hinter Claxtons Werk spekulieren lässt. Denn der Künstler steht bereitwillig selbst Rede und Antwort. Und seine Auskünfte wären doch sicherlich gehaltvoller gewesen... Aber dennoch: Ein schöner Film mit einem wunderbaren Thema. Und nicht nur Jazz-Freunde oder Photographen, sondern auch Architekten, Künstler, Historiker, Politiker, Modeinteressierte, Amerika-Fans und besonders Filmfans sollten sich diesen Film ansehen. Und danach das Buch kaufen.




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