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Kritik: In the Bedroom (2001)


Im Zuge der diesjährigen "Oscar"-Verleihung ist der interessierte Cineast bereits auf diesen Film aufmerksam geworden. Nominiert für ganze fünf Goldjungen, ging der Streifen letztlich leer aus. In den meisten Kategorien die richtige Entscheidung, da andere Filme ihn übertrafen. Dem Hauptdarsteller Tom Wilkinson jedoch hätte man diese Auszeichnung für sein eindrucksvolles Spiel gewünscht. Das Filmgeschäft kann so grausam sein. Ganz ähnlich ist das Spielfilmdebüt von Todd Field auch untertitelt: "Liebe kann so grausam sein". Ein Drama über eine erschütternde Familientragödie.

Sie beginnt im schönsten Hochsommer in der idyllischen Umgebung von Neu-England. Frank Fowler (Nick Stahl) verbringt seine College-Ferien daheim. Mit dem Job als Hummerfänger verdient er sich ein bißchen Geld dazu. Sein Vater Matt (Tom Wilkinson) begleitet ihn, wenn er nicht gerade in seiner Funktion als Arzt gefordert ist. Mutter Ruth (Sissy Spacek) leitet den örtlichen Schulchor. Gemeinsam bilden sie eine Kleinstadtfamilie wie sie im Buche steht. Doch schlagen wir das nächste Kapitel auf.

Frank ist nicht nur wegen der Eltern oder des Jobs im Ort geblieben. Er hat sich unsterblich (*) in die überaus attraktive Natalie (Marisa Tomei) verliebt. Eine Tatsache, die für sich noch nicht dramatisch ist, sich aber dahin entwickeln wird. Natalie ist nämlich nicht nur ein paar Jährchen älter als Frank, sondern überdies zweifache Mutter und noch immer in Scheidung lebend. Richard Strout (William Mapothor) heißt ihr Ex, und der ist nicht gerade erheitert von dem Lebenswandel seiner Noch-Ehefrau. Richtig jähzornig kann er beim Anblick des neuen Lovers werden. Und nach einigen unschönen Begegnungen zwischen den Dreien, kommt es zum Eklat. Richard zieht seine Pistole und feuert einen Schuß ab. Frank, noch eben mitten im Leben stehend, fällt tödlich getroffen zu Boden. (*) Der zweite Satz in diesem Absatz erfordert somit eine Richtigstellung!

Der plötzliche Verlust eines geliebten Menschen reißt die Hinterbliebenen in ein tiefes dunkles Loch (und den Zuschauer gleich mit). Die Eltern können den Tod ihres einzigen Sohnes nicht fassen. Sie drohen an ihrer Trauer zu zerbrechen. Jeder von ihnen verarbeitet seinen Kummer auf seine Art, doch gegenseitig helfen tun sie sich nicht. Der Schicksalsschlag stellt sie vor eine große Prüfung. Stets Unausgesprochenes kommt ans Tageslicht und entwickelt sich zu Vorwürfen. Als der Mörder wieder auf freiem Fuß gesetzt wird, schlägt der Kummer auch in Zorn um - ein Nährboden für Rache...

Das Eindrucksvollste an "In The Bedroom", ist wie oben erwähnt das Schauspiel des Hauptakteurs. Wilkinson versteht es, ein nachvollziehbar wie beklemmendes Bild eines trauernden Vaters zu mimen. Ein gebrochener Mann, der um seine Haltung kämpft und sich bemüht, stark zu bleiben. Sissy Spacek als desillusionierte Mutter ist ähnlich beeindruckend.

Ansonsten ist der Film ein wenig zähflüssig, aber dabei auch atmosphärisch. Eine Geschichte, die in drei Sätzen zu erzählen wäre, wird ausschweifend in Szene gesetzt. Was einerseits ein wenig fad daherkommt, ist andererseits eine Ruheinsel in dieser Form der Unterhaltung. Die heutigen Filme haben durch ihren rasanten Handlungsablauf - gestützt durch technische Aspekte wie den Schnitt - die Sehgewohnheiten der Zuschauer verändert. Bei "In The Bedroom" muss man regelrecht einen Gang herunter schalten. Dann aber kann man ihn durchaus genießen, wenn dies bei einem solch schweren Stoff überhaupt möglich ist.





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