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Nirgendwo in Afrika (2001)

Deutsches Drama von Carloline Link aus dem Jahr 2001, der auf dem autobiographischen Roman von Stefanie Zweig basiert und der 2003 den "Oscar" als "Bester nichtenglischsprachiger Film" gewinnen konnte.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.7 / 5

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1938 wandert eine Familie jüdischen Glaubens aus Deutschland aus und lässt sich in Kenia nieder, um dort auf einer Farm zu arbeiten. Besonders die Mutter (Juliane Köhler) kann sich nur schwer an das neue Leben gewöhnen.

Noch bevor Stefanie Zweig's autobiographischer Roman von 1995 zum Bestseller wurde, hatte sich Produzent Peter Herrman ("Exit Marrakech") die Rechte daran gesichert. Drehbuch und Regie übertrug er 2001 Caroline Link ("Exit Marrakech"), deren Drama "Jenseits der Stille" von 1996 international erfolgreich gewesen und für einen "Oscar" nominiert gewesen war. 2003 gelang der Filmemacherin das Kunststück erneut - und diesmal gewann ihr Werk in der Kategorie "Bester nichtenglischsprachiger Film" den Academy Award - 23 Jahre nach dem letzten deutschen Sieg mit "Die Blechtrommel".

Die Presse feierte das visuell wunderschöne Epos mit seinen fesselnden, dreidimensionalen Charakteren, das Link einfühlsam vor Ort in Kenia in Szene gesetzt hatte und bei der sie die hervorragenden Schauspieler wie Köhler, Lea Kurka und Matthias Habich unterstützten. Beim deutschen Filmpreis konnte die Romanverfilmung fünf Preise erringen, darunter als "Bester Film". Die umgerechnet 7 Millionen Dollar teure Bavaria Film-Produktion konnte weltweit 26 Millionen Dollar verbuchen.

Eine deutsche Zuschauerin lobt: "Andere Regisseure hätten diesen Film in eine fürchterliche Schnulze verwandelt, aber Caroline Link erzählt die Geschichte mit großartigem warmen Humor. Auch zeigt der Film die Schönheit Afrikas auf eine realistische Weise. Es gibt genügend andere Filme über Kenia, die voller Sonnenuntergänge und Elephanten sind und Afrika wie eine Postkarte zeigen - dieser Film gehört nicht dazu."

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Nirgendwo in AfrikaNirgendwo in AfrikaMerab Ninidze - Nirgendwo in AfrikaNirgendwo in AfrikaJuliane Köhler, Merab Ninidze - Nirgendwo in AfrikaSidede Onyulo - Nirgendwo in Afrika


Filmkritik

Caroline Link würde in ihrem Emigrantendrama "Nirgendwo in Afrika" den Schwarzen Kontinent nicht als Mythos für zivilisationsmüde Abenteurer zeichnen, heißt es sinngemäß in einer Rezension dieses Films. Eine mutige Aussage, wenn man bedenkt, dass der Blick deutscher Juden während der Nazi-Zeit auf Grund der zeitüblichen Informationslage (die Mediengesellschaft ist eben noch weit weg) nur der Blick auf etwas Fremdes sein kann, dass man über verschiedenste Kolportagewege wie Abenteuerromane oder die spärlichen Berichte der bereits zuvor Ausgewanderten kennenlernte. Insofern unterscheidet sich die Sichtweise der jüdischen Emigranten von klischeeromantischen Vorstellungen, wie sie in "Jenseits von Afrika" oder "Ich träumte von Afrika" zum Ausdruck kommen, nur durch die Interpretation. Auch in Links Film erscheint Afrika als der große, fremde, archaische Kontinent, den ein immerwährendes Geheimnis umwittert. Die Eingeborenen mit ihren seltsamen Riten sind ein völlig unverständliches Buch für Jettel, und das Land erscheint auch hier als grandioses Schöpfungsgeschenk Gottes, wenn sich in malerischer Weise die Panoramen vor die Kamera drängen. Der Unterschied zu den eben erwähnten Kitschfilmen besteht nur darin, dass die jüdischen Emigranten in der Tat keine Abenteurer sind. Das heißt, sie können mit dem Mythos nichts anfangen. Anstatt ihn sich zu eigen zu machen, lehnt Jettel ihn ab, so dass sie deswegen zunächst keine kolonialistischen Tendenzen entwickelt, sondern einen Fluchtimpuls - im Prinzip so etwas wie eine potenzierte Emigration. Ihr Verhalten gegenüber den Schwarzen ist im Ergebnis aber das Gleiche. Voller Hochmut benimmt sie sich wie eine faschistische Herrscherin, welche ihre Gastgeber nur als niedere Lebensform akzeptiert. Jetzt muss man Caroline Link zwar eine gehörige Portion Mut bescheinigen, eine solche Figur auf die Leinwand zu bringen, aber die Gefahr des Schiefgehens ist naturgemäß sehr hoch. Insofern gelingt es Link nicht, diesen schwierigen Ansatz mit der nötigen Tiefe zu versehen. Der Hass auf die Schwarzen wird nur unkommentiert zu Schau gestellt, um dann in einer romantisch-schlingernden, "rassisch korrekten" Liebesgeschichte an den Rand gedrängt zu werden. Dies alles sollte letztlich zum pädagogischen Schlusssatz kulminieren: Ein zutiefst unangenehmer Film, der in seinen besten Momenten nicht klischeehaft sondern einfach langweilig ist.




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Land: Deutschland
Jahr: 2001
Genre: Drama
Länge: 141 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 27.12.2001
Regie: Caroline Link
Darsteller: Silas Kerati, Merab Ninidze, Andrew Sachs
Verleih: Constantin Film

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