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Italienisch für Anfänger
Italienisch für Anfänger
© Kinowelt

Kritik: Italienisch für Anfänger (2000)


"Italienisch für Anfänger" ist der beste Dogma-Film seit "Das Fest" geworden. Das liegt zum großen Teil daran, dass das Konzept für die beschwingte Komödie keine besondere Rolle spielt. War "Idioten" der seltsam bemühte Versuch eines Kunstfilms mit dokumentarischem Charakter und versuchte "Mifune" angestrengt mit den Dogma-Regeln zu spielen, gelingt es "Italienisch für Anfänger", die bekannten Vorschriften ganz nebenbei in den Film zu integrieren. Auch Lone Scherfigs Ziel als Regisseurin ist es, über den etwas rauhen Stil der direkten Handkamerabilder eine authentische Atmosphäre zu schaffen, indem sie den Eindruck vermittelt, spontan reales Leben zu filmen, aber sie bleibt in ihren Mitteln zurückhaltend. Es gibt kein übertriebenes Herumwackeln oder gekünstelte Dilettantismen, wie Unschärfe ziehen, die vorgauckeln sollen, ein Amateur habe die Bilder aufgenommen. Statt dessen erzählt sie die Geschichte um einen Pastor, eine Friseuse, eine Verkäuferin, einen Hotelportier, einen Restaurantmanager und eine Kellnerin aus Kopenhagens Vorortgegend mit einer unspektakulären Bildersprache. Als unauffälliges Anhängsel folgt die Kamera den Schicksalen der Singles, die alle eines gemeinsam haben: Sie treffen sich regelmäßig beim Italienischkurs, den die Gemeinde anbietet. Der wird zu einem Ort, an dem die einsamen, vom Leben wenig beschenkten Menschen beginnen, den bisherigen Trott hinter sich zu lassen. Die Gruppe findet zueinander und plant sogar eine Reise nach Venedig. Langsam kommen sich einzelne Paare näher. "Italienisch für Anfänger" ist die einfache Aufforderung, sich nicht mit einem angeblichen Schicksal abzufinden. Mitfühlend verknüpft Scherfig die persönlichen Probleme und Sinnkrisen der Charaktere zu einem treffenden Panoptikum suchender Seelen. Die Romantik steht dabei im Vordergrund, so dass der Film eine optimistische Auseinandersetzung mit den Träumen und Wünschen des Einzelnen sowie der positiven Kraft der Gemeinschaft ist.





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