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Mein langsames Leben - Angela Schanelec, Andreas Patton
Mein langsames Leben - Angela Schanelec, Andreas Patton
© Peripher

Kritik: Mein langsames Leben (2000)


Einer der wichtigen Filme der diesjährigen Berlinale kommt jetzt in die Kinos. In "Mein langsames Leben" geleitet Angela Schanelecs den Zuschauer in die Welt einiger Berliner Mittdreißiger. Mit statischer Kamera, ohne Schwenks und mit ganz wenigen Kamerafahrten wird deren Leben von ganz weit draußen betrachtet. Eine Distanz, die nicht zu überbrücken ist. Und dies ist Absicht. Denn die Distanzierung schafft einen ganz eigenen Blick auf die Realität, die Schanelec abzubilden versucht. Es entsteht nicht Entfremdung, sondern eine gewisse Intimität, die durch die langsame Erzählweise noch gestützt wird. Das Wichtige passiert oft außerhalb unserer Wahrnehmung. So können wir den Tanz von Maria nur im Gesicht des kleinen Mädchens ablesen. Vieles geschieht im Off, manchmal wird es erzählt, manchmal wird der Zuschauer mit seinen Fragen und seiner Verwunderung ganz allein gelassen. Die Elision ist ein wichtiges Stilmittel, das sich nicht nur im Visuellen, sondern auch im Erzählerischen äußert: Leute fahren weg, sind in der nächsten Szene wieder da, und der Zuschauer, der keine Zwischenschritte mitbekommt, ist ratlos auf der Suche nach der Zeit, die dazwischen liegt. "Mein langsames Leben" wirkt wie eine Kopfübung. Die Dialoge sind zum Teil schrecklich hölzern, und die streng formalisierte Erzählweise macht es dem Zuschauer auch nicht einfach. Aber all das ist auch ein interessantes Experiment, und der offene Kinogänger wird es zu schätzen wissen.




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