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Heinrich der Säger (2001)

Klaus Gietingers Komödie um einen Eisenbahner, der in Thüringen Streckstilllegungen durch Sabotage verhindern will, ist hervorragend besetzt und in einigen Momenten und Ideen witzig, bringt bei betulichem Tempo teilweise aber auch äußerst platte Gags...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Nachts schlafen die Leut! Auch in der deutschen Provinz. Außer Kurt Grantke. Der sägt mit dem Trennschleifer kleine Stücke aus den Gleisen. Er glaubt, so die Kommerzbahn zur Rücknahme von Streckenstilllegungen, Entlassungen und Privatisierung zwingen zu können. Bislang ist alles gut gegangen, keine Spuren, keine Verletzten, Grantke warnt rechtzeitig. Schließlich ist er Eisenbahner mit Leib und Seele. Doch dann erhält er - zunächst unfreiwillig - Unterstützung von dem Briefträger Heiko und seiner Tochter Teresa. Fortan erobert das Trio als "Heinrich der Säger" die Herzen der Bevölkerung. Bis sie einen entscheidenden Fehler machen...

Filmkritik

Kaum verbrämt spielt Klaus Gietinger mit seiner Kommerz-Bahn auf die bundesdeutschen Verhältnisse der DB an, die im Zuge von Privatisierung Streckenstillegung und Arbeitsplatzabbau nach sich ziehen und damit ein Dorf zum Sozialfall machen. Mit dem sozialen Sprengstoff kann Gietinger aber keine bissige Satire über den Standort Deutschland oder die Folgen der Arbeitslosigkeit entwickeln. Der Allgäuer Filmemacher ("Daheim sterben die Leu'") stürzt sich lieber in die harmlosen Freuden des Lokalkolorits: kauzige Hinterwäldler geben Lachnummern ab, die schlitzohrigen Protagonisten führen ihr burleskes, pralles Leben auf dem Land. Deshalb verlieben sich ein einfältiger Postbote und die Gänseliesl unbekümmert ineinander, während beide die Bahn erpressen und die als reine Clowntruppe gezeichnete Polizei an der Nase herumführen. Kusturica goes ostdeutsche Provinz. Doch "Heinrich der Säger" hat nicht südosteuropäischen, sondern deutschen Humor: und der ist so witzlos wie ein Trauermarsch. Dafür schreit das "Railroadmovie" seine überdrehte Posse heraus. Nonchalant will der wilde Stilmix sämtliche Genres umarmen, von Komödie und Romanze, über Action, Satire, Krimi und Melodram. Nur verwechselt Gietinger die angestrebte Unberechenbarkeit mit inszenatorischem Chaos. Im Eifer des Gefechts scheint keiner der Beteiligten zu merken, wie hölzern und misslungen ihr Komödiantenstadl ist. Ein Toter Taucher mehr im Wald...




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2001
Genre: Komödie
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 16.08.2001
Regie: Klaus Gietinger
Darsteller: Meret Becker, Rolf Becker, Alexander Beyer
Verleih: Arsenal



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