oder

Sommerliebe (2001)

O da beni seviyor

Ein gefühlvolles türkisches Drama über unerwiderte Liebe zweier Jugendlicher während eines Sommerurlaubs auf dem Land...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Esma fährt in den Sommerferien zu ihrer Lieblingstante Saliha aufs Land. Dort begegnet sie Hüseyin, einen Freund der Familie, in den sie sich sofort verliebt. Zum ersten Mal erlebt Esma die bittersüßen Gefühle einer unerwiderten Liebe, denn Hüseyin interessiert sich für eine Andere. Diese muss aber ausgerechnet Saliha sein. Da diese Liebe zur Tante unmöglich ist, fühlt auch er sich unglücklich und verzweifelt. So beginnt für alle Beteilgten ein seltsamer und gefühlvoller Sommer inmitten von Blumen und Obstbäumen. Die Auseinandersetzung der jungen Leute mit der ersten großen Liebe und die dadurch ausgelöste Vergangenheitsbewältigung der Tante bewirken in diesem Sommer eine Veränderung im Leben aller Beteiligten...

Filmkritik

Es ist nicht ganz einfach, sich »Sommerliebe« zu nähern. Bereits nachdem die ersten Minuten über die Leinwand gehuscht sind, stellte sich bei mir eine kulturelle Distanz ein, die bis zum Schluss nicht vollständig aufgehoben wurde. Der Film erzählt von der ersten Liebe, von dem Geflecht ländlicher Großfamilien in der Türkei und von der Rolle der Frau in diesem Miteinander. Das Einhalten von Regeln gehört hier zum Wichtigsten. Es ist nicht möglich, seine Liebe zu jedem einfach offen zu zeigen und auszuleben. Dadurch ergeben sich auch für das dramaturgische Gerüst Notwendigkeiten, um die Milieuschilderung glaubwürdig zu halten - zumindest vermittelt »Sommerliebe« den Eindruck. Es wäre noch reichlich untertrieben, wenn ich schreiben würde, dass die Liebesgeschichte zurückhaltend inszeniert ist. Vielmehr ist die junge, weibliche Hauptfigur so dicht in das Familienleben eingebunden, dass sie gar nicht die Chance hat, mit ihrem Angebeteten privater zu reden, geschweige denn einen intimen Moment zu erleben. Durch den globalen Blick auf das Geschehen verschwindet das Gefühlvolle in einzelnen kleinen Gesprächen zwischen Frauen, in deren Vertrautheit sich die Figuren gegenseitig offenbaren. Solche leisen emotionalen Töne bindet »Sommerliebe« in das übrige Landleben ein, wodurch sie als organischer Bestandteil der Gesellschaft erscheinen. Für diejenigen, die mit dem Regelgeflecht nicht so vertraut sind, dürfte die Gefühlswelt der Figuren in der Distanz verloren gehen. Statt dessen bietet sich ein interessanter Blick auf etwas Fremdes, das man zwar auch nach Ansicht des Filmes nicht besser verstehen wird, da »Sommerliebe« kein kultureller Lehrfilm sein möchte, das aber über den Blick ein Stück seiner Fremdheit verloren hat.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Türkei
Jahr: 2001
Genre: Drama
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 20.12.2001
Regie: Baris Pirhasan
Darsteller: Luk Piyes, Lale Mansur, Ece Eksi
Verleih: Concorde



Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.