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Taxi- Eine Nacht in Buenos Aires (2001)

Taxi, un encuentro

Ein Taxifahrer rettet einer Fremden das Leben. Nachdem sie sich getrennt haben, kann er sie nicht vergessen und versucht, sie wiederzufinden. Langsam und lakonisch erzähltes argentinisches Drama über Sprachlosigkeit und Anonymität...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Esteban ist ein kleiner Gauner in Buenos Aires. Er hat sich auf Taxidiebstähle spezialisiert. Bevor er sie zu seinem Hehler bringt, spielt er gern für ein paar Stunden den Taxifahrer - das bringt ihm ein paar Pesos ein und hilft ihm über die Einsamkeit hinweg. Doch in dieser einen Nacht kommt alles anders: Eine junge Frau, Laura, bricht in seinem gestohlenen Taxi mit einer schweren Schußwunde zusammen. Esteban ist hin- und hergerissen zwischen dem Impuls zu helfen und Angst vor Scherereien mit der Polizei. So bringt er die Schwerverletzte nicht ins Krankenhaus, sondern in seine Wohnung, wo er gemeinsam mit seinem Vater die Kugel entfernt und ihr so das Leben rettet. Als ihr Zustand sich nicht zu bessern scheint, gerät Esteban in Panik. Er setzt sie an einer einsamen Straßenecke ab und ruft den Notarzt. Gegen seinen Willen kann Esteban die rätselhafte Frau nicht vergessen. Er beginnt, nach ihr zu suchen. Ein Zeitungsartikel bringt ihn schließlich auf ihre Spur. Und auch Laura selbst macht sich nach ihrer Genesung auf die Suche nach dem Unbekannten, der ihr das Leben gerettet hat. Der einzige Hinweis, den sie hat, ist die Erinnerung an den Blick aus der Wohnung des Taxifahrers.

Filmkritik

Mit Gesichtern einer Großstadt beschäftigt sich die argentinische Produktion "Taxi – Eine Nach in Buenos Aires". Bemerkenswert stilsicher spürt Gabriela David den zwei Gestalten einer Nacht nach, die sie als hoffnungsvolles Sinnbild der Wärme im Strudel verlorener Seelen verankert.

Ein wirkliches Leben kennt der Dieb kaum. Um zu überleben klaut er nachts Taxis, die er morgens seinen Hehlern übergibt. Dazwischen liegt sein Hobby: er spielt zum Spaß den Taxifahrer, eine Tätigkeit, die ihn kurzzeitig ins gesellschaftliche Zentrum rückt. Aber der Griff in Richtung einer gefestigten Existenz ist flüchtig wie die Nacht, welche dem Morgen weichen muss. Ein ähnliches Schicksal scheint die Beziehung zur jungen Frau zu erleiden, die bei einer der Taxifahrten in den Wagen des Diebes stolpert. Weil sie eine Kugel in der Schulter hat verlieren sich die beiden, als sie die Großmutter aus dem Krankenhaus abholt.

Aber "Taxi – Eine Nacht in Buenos Aires" will nicht in depressive Stimmungen verfallen. Trotz der partiellen Tristesse, die die Existenz dieser Menschen in der Großstadt ausmacht, erzählen die Bilder des Films von einem möglichen besseren Morgen. Darin offenbart sich die gefühlvolle Realität alltäglicher Märchen. So gelingt es dem Film, zugleich einen faszinierenden Blick auf den Überlebenskampf am Rande der etablierten Gesellschaft zu werfen, wie er auch den Ausweg aus der Kraftlosigkeit eines solchen Daseins zeigt. Das macht "Taxi – Eine Nacht in Buenos Aires" zu einem sehenswerten Film.





Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Argentinien
Jahr: 2001
Genre: Drama
Länge: 93 Minuten
Kinostart: 30.05.2002
Regie: Gabriela David
Darsteller: Josefina Viton, Diego Peretti, Miguel Guerberoff
Verleih: Kairos Film



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