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Kritik: Suck My Dick (2001)


Oskar Roehler hätte nach seinem phänomenalen Kritikererfolg "Die Unberührbare" kaum etwas Gegensätzlicheres drehen können, als diesen schmissigen Amoklauf eines Schriftstellers auf der Suche nach seinem abhanden gekommenen besten Stück. Auf die Erwartungshaltungen nach dem mit Preisen überhäuften, bleischweren Deutschland-Drama reagiert Roehler mit einem unbekümmerten Befreiungsschlag von der Qualität eines grotesken Alptraums.

Die grelle Satire um Männlichkeitswahn, gender-Rollen und Sexualneurosen à la Houllebecq beginnt als surreale Farce wie von Kafka, entwickelt sich zur bitterbösen Generalabrechnung mit den intellektuellen Auswüchsen der Kunst- und Kulturszene und endet mit einer trotzigen Endzeitstimmung.

In dem stark stilisierten, mit 82 Minuten betont kurzem Streich, wirft Roehler mit rhetorischer Polemik nur so um sich - hier bekommt jeder sein Fett ab. Vielmehr als ein radikales Austoben an der Gesellschaft lässt sich dennoch nicht verorten, wenngleich die inszenatorische Brillanz für messerscharfe Kurzweil sorgt und einige wirkliche Brüller enthält.





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