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Electric Dragon 80.000 V (2001)

Schräger, mit 55 Minuten kurz geratener Science Fiction-Film des japanischen Avantgarde-Regisseurs Sogo Ishii, in dem zwei buchstäblich unter Strom stehende Männer ihre Kräfte in einem Showdown messen...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Als kleines Kind kletterte Dragon Eye Morrison auf einen Strommast und bekam einen gewaltigen elektrischen Schlag. Der Stromstoß entfachte eine rasende, urzeitliche Wut, die Wissenschaftler durch immer stärkere Elektroschocks vergeblich zu unterdrücken suchten. Nun ist Dragon Eye erwachsen. Der Unfall hat sein Gehirn derart verändert, dass er mit Reptilien kommunizieren kann. Daher verdient er mit dem Auffinden von entlaufenden Eidechsen sein Geld. Er selbst ist immer weniger Herr seines blinden Hasses. Nur im ekstatischen Spielen seiner E-Gitarre findet er Linderung, die seine intensiven Emotionen in gleißenden Lichtblitzen materialisiert aus seinem Körper schießen läßt. Doch auch dieses Ventil verhindert nicht, dass er sich nachts selbst ans Bett fesseln muss, um nicht zur elektromagnetischen Gefahr für seine Umwelt zu werden. Thunderbolt Buddha wurde in seiner Kindheit während eines Unwetters vom Blitz getroffen und zieht seitdem als mysteriöser Rächer durch die vor Elektrizität bebende Stadt - er selbst ein wandelnder Hochspannungsgenerator. Seine Suche nach einem ebenbürtigen Gegner endet, als er Dragon Eye Morrison aufspürt. Auf den Dächern Tokios kommt es schließlich zum Kampf zwischen den beiden menschlichen Energiequellen...

Filmkritik

Bei solch einem Titel versteht es eigentlich sich von selbst, dass hier keine konventionellen Stromsparer am Werk sind, sondern exzentrischer und experimenteller Wahnsinn aus der Steckdose blitzt. ISHI Sogo, der Japaner mit dem umgekehrten Düsenantrieb, hat sich in seinem schwarzweißen Bildgewitter an TSUKAMOTO Shinjas surreal-metallischen Orkan "Tetsuo" versucht.

Die Handlung reduziert sich auf ein Duell zwischen zwei Männern, die sich mit Elektrizität bekämpfen. Damit wären Special Effects Tür und Tor geöffnet, aber die kann und will der strikte Low-Budget-Film nicht liefern. Ebenso wenig steht eine stringente Handlung auf dem Programm, sondern ein offenes, assoziationsreiches Werk.

Ishii kreist um seine von skurril-schräger Manga-Ästhetik beeinflussten Details und Symbole, die regelmäßig auftauchen: Drachen, Echsen, Elektrizität aller Art und Hochspannungsleitungen verweisen auf ein eigenes Bedeutungsfeld. Und das am häufigsten benutzte Element, die E-Gitarre, lässt sich natürlich auch pragmatisch für einen röhrenden Rock'n'Roll-Sound nutzen.

Selten rennt die Wucht der Bilder gegen die Leinwand und explodiert orgasmisch und alptraumhaft wie in "Tetsuo". Der nur 55 Minuten kurze Film löst trotz wilder Musik und einiger verrückter Ideen in seinen dichtesten Momenten mehr Trance als eine Psychose aus: Dafür hebt der elektrische Drachen nicht weit genug vom Boden ab.





Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Japan
Jahr: 2001
Genre: Science Fiction
Länge: 55 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 07.03.2002
Regie: Sogo Ishii
Darsteller: Masatoshi Nagase, Takenori Asano
Verleih: Rapid Eye Movies



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