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Kritik: Electric Dragon 80.000 V (2001)


Bei solch einem Titel versteht es eigentlich sich von selbst, dass hier keine konventionellen Stromsparer am Werk sind, sondern exzentrischer und experimenteller Wahnsinn aus der Steckdose blitzt. ISHI Sogo, der Japaner mit dem umgekehrten Düsenantrieb, hat sich in seinem schwarzweißen Bildgewitter an TSUKAMOTO Shinjas surreal-metallischen Orkan "Tetsuo" versucht.

Die Handlung reduziert sich auf ein Duell zwischen zwei Männern, die sich mit Elektrizität bekämpfen. Damit wären Special Effects Tür und Tor geöffnet, aber die kann und will der strikte Low-Budget-Film nicht liefern. Ebenso wenig steht eine stringente Handlung auf dem Programm, sondern ein offenes, assoziationsreiches Werk.

Ishii kreist um seine von skurril-schräger Manga-Ästhetik beeinflussten Details und Symbole, die regelmäßig auftauchen: Drachen, Echsen, Elektrizität aller Art und Hochspannungsleitungen verweisen auf ein eigenes Bedeutungsfeld. Und das am häufigsten benutzte Element, die E-Gitarre, lässt sich natürlich auch pragmatisch für einen röhrenden Rock'n'Roll-Sound nutzen.

Selten rennt die Wucht der Bilder gegen die Leinwand und explodiert orgasmisch und alptraumhaft wie in "Tetsuo". Der nur 55 Minuten kurze Film löst trotz wilder Musik und einiger verrückter Ideen in seinen dichtesten Momenten mehr Trance als eine Psychose aus: Dafür hebt der elektrische Drachen nicht weit genug vom Boden ab.





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