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Kritik: Francisca (2002)


Die Behandlung ostdeutscher Biographien und Vergangenheit im Film geht nach "Berlin is in Germany" oder "Drei Stern Rot" in eine weitere Runde mit der mexikanisch-spanisch-deutschen Co-Produktion "Francisca". Dabei konzentriert sich die Regisseurin Eva Lopez-Sanchez ganz darauf, das persönliche Drama von Helmuth/Bruno herauszuarbeiten, der quasi vom Regen in die Traufe gerät, als er im Fluchtland Mexiko dem selben Gewissenskonflikt ausgesetzt wird wie in der DDR, wo er als Stasi-Mann einen Freund beschatten sollte. Hier sind es nun seine Studenten.

"Francisca" führt Helmuths/Brunos Fluchtbewegung ad absurdum und stellt darüber eine Analyse von diktatorischen Systemen und ihren Auswirkungen auf menschliche Schicksale an. In Ulrich Noethen, der diesen DDR-Flüchtling spielt, spiegelt sich eine entzauberte Hoffnung auf eine frei Welt wider, die das Zeitgefühl Mexikos während der Militärdiktatur in den 70er Jahren wunderbar einfängt. Der mögliche Ausweg entpuppt sich als Gang, der tiefer in den Sumpf führt.

Es gibt nur wenig Hoffnung in Eva Lopez-Sanchez Film. Zu den positivsten Elementen ihrer Erzählung gehört sicher die Liebesgeschichte zwischen Helmuth/Bruno und Adela, deren Bruder er nicht mehr rechtzeitig warnen konnte. Dennoch liebt Adela Helmuth/Bruno immer noch, als sie sich nach zwei Jahren wiedertreffen.

Vergebung ist der entscheidende Schlüssel in der Weltsicht, die "Francisca" transportiert, um die Visionen, welche die mexikanischen Studenten hatten, Wirklichkeit werden zu lassen. Weil diese aber nicht weit genug verbreitet ist, bleibt ein desillusionierendes, tragisches Gefühl übrig. Der Weg ist noch weit, auch davon erzählt "Francisca".






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