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Kritik: Melekler evi - Haus der Engel (2000)


In letzter Zeit erreichen immer verstärkter türkische Filme die deutschen Leinwände in den großen Ballungsräumen, wo sie auf ein interessiertes Publikum treffen. Dabei fällt auf, dass die wenigen darauf spezialisierten Verleiher sich nicht auf ein bestimmtes Genre konzentrieren, sondern ein breiteres Spektrum präsentieren. Mit "Melekler evi – Haus der Engel" kann man sich jetzt einen türkischen Film Noir anschauen. Und der Besuch lohnt sich. In klassischer Manier präsentiert der Film genau das Thema, das den verzweifelt um die Lösung des Rätsels kämpfenden Protagonisten schon immer zum Verhängnis wurde: Den Blick. Er steht auch in "Melekler evi – Haus der Engel" als zentrales Thema im Raum, nachdem die Hauptfigur etwas gesehen hat, was sie nicht sehen sollte. Ein Journalist, der es gewohnt ist mit Fotografien seine persönliche Wahrheit der Ereignisse – zum Beispiel des Bosnienkrieges – einzufangen, sieht sich genau durch dieses Mittel in arge Bedrängnis gebracht. Noch einmal gerät der Mensch, der sich aufgrund einer Verwundung aus dem gefährlichen Geschäft zurück ziehen wollte, wegen seiner Leidenschaft in Gefahr. Im Zuge dessen muss er sowohl um seine persönliche Integrität als auch um die Wahrheit kämpfen.

So thematisiert der Film auf effektive Weise Fragen um die Konstruktion der Realität in Bildern. Die Fotografie erscheint als kleiner Ausschnitt, dessen Interpretation sich einer Eindeutigkeit verweigert. "Melekler evi – Haus der Engel" schleudert über diese Konstruktion den Journalisten in ein Abenteuer, dass auf äußerst spannende Weise eingefangen wird. Das Mysteriöse des Rätsels, die ständige Bedrohung und der flüssige Erzählstil sorgen für ein wunderbares Kinovergnügen, das auch auf die nötige Portion Action nicht verzichtet.






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