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Die Diebin von Saint Lubin (1999)

La voleuse de Saint Lubin

Eine Frau wird nach einem Diebstahl zum Spielball von Politik, Medien und Justiz. Französisches Drama von 1999 nach einer wahren Begebenheit, das besonders dank der phantastischen Hauptdarstellerin Dominque Blanc sehenswert ist...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Françoise Barnier begeht eines Tages einen Diebstahl. Ihre Situation ist kritisch, aber nicht verzweifelt: Sie hat keine Schulden. Einen Kredit aufzunehmen oder Wohltätigkeitsspenden anzunehmen, hat sie immer als Demütigung empfunden und abgelehnt. Aber an diesem Tag begeht sie einen Diebstahl. Sie ist allein mit der Ausweglosigkeit, den vielen Frustrationen und Entbehrungen. Ihr Weg durch die juristischen Institutionen beginnt, wo sich zwei Konzeptionen von Recht und Gerechtigkeit gegenüberstehen. Und obwohl Françoise Barnier kein politischer Mensch ist, fühlt sie sich auf einmal versucht, die rechtsradikale Front National zu wählen...

Filmkritik

"Die Diebin von Saint Lubin" steht in der Tradition des kleinen, engagierten französischen Films. Nie lässt die Regisseurin Claire Devers einen Zweifel daran, auf wessen Seite sie steht. Und so gelingt es ihr, in die Seele einer verzweifelten Frau zu schauen, deren Not sie fast in die Hände des Front National getrieben hätte. Von allen Seiten betrachtet das Drama die unangenehme Lage seiner Protagonistin.

Devers entwirft eine Tragödie zwischen sozialer Schieflage, juristischer Interpretation, Medienrummel und Bauernfängerei radikaler Parteien. Dabei deckt der Film einige böse Wunden im gesellschaftlichen System Frankreichs auf. Es grenzt schon an einige Perversität, wenn der alleinerziehenden Mutter, die einen schlecht bezahlten Job mit wenig Arbeitszeit ausübt, geraten wird, sich arbeitslos zu melden oder die Miete nicht pünktlich zu bezahlen, um besser über die Runden zu kommen. Hier offenbart sich ein Gemeinwesen, in dem die Begriffe von Redlichkeit und Schmarotzertum gründlich durcheinander geraten sind.

Es ist gleichzeitig Segen und Fluch von "Die Diebin von Saint Lubin", dass er so nüchtern erzählt ist. Auf der einen Seite werden präzise die einzelnen Aspekte aufgegriffen und ohne jegliche filmische Taschenspielertricks in Szene gesetzt, eine Qualität, die selten ist. Auf der anderen Seite bleibt er trotz des tragischen Schicksals, das er erzählt ein wenig kühl, weil man inzwischen an eine Überemotionalisierung im Kino gewöhnt ist. Dieser Konditionierung wird "Die Diebin von Saint Lubin" in seinem Realismus nicht gerecht und wird deswegen auch kaum kommerziellen Erfolg haben. Damit bleibt er ein stumpfes Schwert.





Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich
Jahr: 1999
Genre: Drama
Länge: 85 Minuten
Kinostart: 23.05.2002
Regie: Claire Devers
Darsteller: Denis Podalydès, Dominique Blanc, Michelle Goddet
Verleih: Peripher



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