oder

Wahnsinnig verliebt (2002)

Á la folie...pas du tout

"Er liebt mich, er liebt mich nicht ..." - dieses Spiel um die Liebe ist bei diesem Film Programm. Audrey Tautou zeigt sich nach der "fabelhaften Amélie" diesmal von einer ganz anderen Seite...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.7 / 5

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Für Angélique hat die Liebe einen Namen: Loïc. Der sich so nennt, ist Kardiologe, mit einer anderen Frau verheiratet und wird bald Vater. Ziemlich viele Hindernisse also für ein gemeinsames Glück. Doch was soll's: Lieben heißt hoffen. Leidenschaftlich, bis an den Rand des Wahnsinns... Aus der anfänglichen Liebesgeschichte wird ein Thriller: Nichts ist, wie es zu sein scheint. Warum wird der sonst eher ruhige Kommilitone David auf einmal so aggressiv? Wieso ist Angéliques beste Freundin Héloïse plötzlich deren erbitterte Feindin? Ist Loïc ein zu Recht beschuldigter Mörder? Und warum ist ausgerechnet Angélique die Einzige, die ihm helfen könnte?

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Filmkritik

Geschichten, Erzählungen und eigene Erlebnisse sind das Produkt einer Wirklichkeitskonstruktion. Der Standpunkt und noch viel wichtiger Auslassungen können den Charakter der Abläufe in eine völlig andere Richtung verdrehen. Zunächst erscheint "Wahnsinnig verliebt" wie eine zuckersüße Liebesgeschichte zwischen einer harmlosen jungen Frau und einem Herzspezialisten. Etwa 35 Minuten lang zeigt Regisseurin Laetitia Colombani völlig banale Ereignisse dieser Traumwelt. Die beiden fahren Nachts zur Musik von Nat King Cole mit dem Auto nach Hause oder erleben einen Nachmittag im Park. Schließlich lässt der Arzt die junge Frau sitzen, woraufhin sie mit heftigem Hass reagiert. Um ihn zurückzugewinnen versucht sie, die Ehe des Herzspezialisten auseinander zu bringen. Als das nicht gelingt, unternimmt sie einen Selbstmordversuch. Colombani baut hier eine Welt aus der Sicht der jungen Frau auf, die in der Kürze der Zeit keine Tiefe entwickeln kann. Das reine Geschehen bleibt ohne nähere Beleuchtung aber belanglos und langweilig. Erst der zweite Teil des Films macht deutlich, dass dies mit voller Absicht geschah. Hier erzählt "Wahnsinnig verliebt" die gleichen Ereignisse noch einmal, aber aus der Sicht des Herzspezialisten. Plötzlich ergibt sich eine völlig andere, ungemein dramatischere Geschichte, bei der die Liebe der jungen Frau zu pathologischen Abgründen vordringt. Die Auslassungen der vorangegangenen Erzählung werden gefüllt, so das sich ein interessantes Spiel mit der Interpretation einzelner Ereignisse ergibt. Leider bricht die gewonnene Dramatik viel zu spät in den Film herein, um den belanglosen Anfang aufzuwerten. Hinzu kommt, dass die harmonische Welt des Beginns durch das künstliche Dauerlächeln von Audrey Tautou so unrealistisch konfliktfrei erscheint, dass sie unerträglich ist. Die aufkommende Dramatik bekommt deswegen anstatt eines Schreckensgesichtes etwas Heilsames verpasst. Das kann Colombani kaum gewollt haben.




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Land: Frankreich
Jahr: 2002
Genre: Thriller
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 29.08.2002
Regie: Laetitia Colombani
Darsteller: Michel Mourot, Sophie Guillemin, Yannick Alnet
Verleih: Prokino

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