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Kritik: Die kleine Hexe (1983)


Erneut kommt ein Film in die Kinos, der ausschließlich am Zeichenbrett entstand. Doch nach den vielen modernen Meisterwerken der Zeichen- und Animierkunst ist nun wieder einmal Nostalgie gefragt. "Die kleine Hexe" hob bereits im Jahre 1983 ab und eroberte das Publikum im Fluge. Knapp zwanzig Jahre später wird die deutsch-tschechische Koproduktion wiederaufgeführt - ohne dabei an Charme verloren zu haben.

In einem Häuschen mitten im Wald gelegen, wohnt die kleine Hexe - gemeinsam mit ihrem weisen Raben Abraxas. Mit ihren 127 Jahren nimmt sie es immer noch nicht so genau mit dem klassischen Hexenalltag. Warum sollte sie ständig das Zaubern lernen, wenn sie nicht auch einfach nur faulenzen kann.

Zum großen Feuer auf dem Felsenberg möchte sie allerdings schon. Schließlich findet dort wie jedes Jahr die sagenumwobene Walpurgisnacht statt, bei der alle Hexen feiern und ausgelassen tanzen. Doch die kleine Hexe ist noch zu jung, und es ist ihr nicht gestattet, an dem Fest teilzunehmen.

Heimlich tut sie es doch. Sie reitet auf ihrem Besen zum Felsenberg und lauscht den Tiermusikern. Alles geht soweit gut, bis die Tante Nebelhexe sie entdeckt. Von dem Hexenrat bestraft, muss sie den Rückweg nun zu Fuß antreten. Doch das Ganze hat auch etwas Gutes, denn die Oberhexe versprach, dass die kleine Übeltäterin im nächsten Jahr mitfeiern dürfe - vorausgesetzt, sie würde eine gute Hexe.

Auf zu guten Taten, widmet sich die kleine Hexe fortan dem Studium des Zauberbuches. Mit neuem Besen ausgestattet, macht sie sich auf, Gutes zu vollbringen. Die Nebelhexe folgt ihr heimlich. Auch als die kleine Wohltäterin zwei traurige Kinder aufheitern will und dafür ihre Zauberkraft bemüht, ist sie nicht weit. Doch eigentlich hätte an diesem speziellen Tag kein Hexenzauber stattfinden dürfen, denn es ist Sabbat. Die kleine Hexe lässt jedoch keine Gelegenheit ungenutzt, ihre Macht in den Dienst des Guten zu stellen und mit Hilfe ihrer Zauberkräfte anderen zu helfen.

Die gelehrige Schülerin wird zu einer guten Hexe – zumindest im wahren Sinne des Wortes. Nun muss sie nur noch den hohen Hexenrat davon überzeugen, dass sie innerhalb eines Jahres gereift ist. So folgt sie der Einladung einer Prüfung. Es ist erneut Walpurgisnacht. Die kleine Hexe meistert alle ihr gestellten Aufgaben mit Bravour, bis die Nebelhexe von ihren Beobachtungen zu erzählen weiß. Die kleine Hexe habe die ganze Zeit nur gute Taten vollbracht. Doch ist nur eine Hexe die Böses tut, eine gute Hexe. Böse mag sie jedoch nicht sein und ist davon überzeugt, dass auch in dieser Situation letztlich das Gute siegen wird...

Ein Kinderfilm made in Tschechien. Dies ist allein für sich bereits ein Gütesiegel, dass für anspruchsvolle Unterhaltung fernab des alltäglichen Mainstream spricht. Pädagogischer Tiefsinn statt oberflächlichem Konsum. Minimalistische Umsetzung statt knallbunter Bilderflut. Produktionen wie „Pan Tau“, „Luzie, der Schrecken der Straße“ und „Der kleine Maulwurf“ sind zeitlos schön und in ihrer Aussage unbedenklich. Ebenso „Die kleine Hexe“. Der Film bietet eine zauberhafte Geschichte, einfache Bilder, leuchtende Farben, viel Musik und ganz nebenbei eine wichtige Botschaft: Gutes tun macht Spaß!





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