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Venus.de - Die bewegte Frau (2000)

Eine Ehefrau schreibt - von einer Webcam laufend beobachtet - einen Roman. Die Kamera deckt auch ihre Affäre mit einem jungen Mann auf und stürzt ihre Familie in Turbulenzen. Deutsches Drama von Rudolf Thome...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Venus ist Schriftstellerin und lebt mit ihrem Mann Max und zwei Kindern auf einem abgelegenen Bauernhof. Für sechs Wochen verlässt sie diese Idylle, um in Berlin ein Buch zu schreiben. Laut Vertrag steht schon fest, dass es verfilmt wird. Auch soll ihre Arbeit beim Enstehen via Internet gelesen und beobachtet werden. Dass dieses Beobachten sich aber nicht auf ihr Schreiben und den Schreibtisch beschränkt, wird ihr erst klar, als ihr Sohn unwissend auf die enthüllende Kamera klickt - und sie mit ihrem Liebhaber sieht.
Die Erkenntnis stürzt die Familie und besonders ihren Ehemann in entsetztes Erstaunen. Venus entledigt sich des Liebhabers, um auf ihren Olymp zurückzukehren...

Filmkritik

Das "Genre" des seltsamen Films ist um ein Kapitel reicher. Zu verdanken haben die deutschen Zuschauer das dem kleinen Verleih Rekord-Film, welcher bereits die Ehre hatte mit "Mob Cops" einen Film vorzulegen, der in den Multiplexen nicht einmal eine ganze Woche lang gespielt wurde. Nun erblickt also ein zwei Jahre alter Rudolf Thome Film das Licht der Kinoleinwände.

Explizit baut "Venus.de..." das Internet als neues Medium in seine Geschichte ein. Doch die erweist sich schließlich als derart altbacken und bieder, das sie genauso gut in den 50er Jahren hätte verfilmt werden können. Damals wäre dem Film vielleicht sogar ein Skandal gegönnt gewesen, aber heute erzeugt er nur noch ein müdes Lächeln.

Eine Frau schreibt als mediales Experiment ein Buch in der Öffentlichkeit des Webcam-erfassten Internets und betrügt, weil sie von einer zusätzlichen versteckten Kamera nichts weiß, den Augen der Familie zugänglich ihren Mann. Weder Dramatik noch tiefergehende Gefühle der Figuren trotzt Thome dieser Konstellation ab. Natürlich darf der betrogene Mann sauer werden und natürlich darf der Liebhaber irgendwann zur Schriftstellerin sagen "Ich liebe Dich". Aber das, was wie das eigentliche Thema des Films aussieht, nämlich die Beweggründe der Frau für ihr Tun oder die Auswirkungen des Internets auf das Leben, bleibt unklar. Die Psychologisierung ihres Charakters erlebt den Höhepunkt, wenn sie ihrem Liebhaber sagt: "Ich liebe meinen Mann, auch wenn ich mit Dir schlafe". Ganz beiläufig im Geschehen eingewirkt wäre das ja noch in Ordnung, aber wenn so eine Aussage zu einem zentralen Bedeutungssatz werden soll, hat ein Film endgültig eine Plattheitsschwelle nach unten durchschritten.

Vom Medialen Experiment und dem Internet bleibt auch nur übrig, dass es Webcams gibt. Nie findet die Geschichte einen Ansatz, das Internet so einzubinden, dass eine Auseinandersetzung mit dem Medium dabei herauskäme. Es ist im vorliegenden Fall schlicht überflüssig. Ein Schicksal, das der Film mit ihm teilt.





Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2000
Genre: Drama
Länge: 95 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 20.06.2002
Regie: Rudolf Thome
Darsteller: Friedrich von Cochenhausen, Rolf Peter Kahl, Leta Davis



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