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Kritik: War Photographer (2001)


Zwei Jahre lang hat Christian Frei den bekannten Kriegsfotographen James Nachtwey an Krisenherde in aller Welt begleitet und einen Film mitgebracht, der aufgrund der Wucht seines Themas äußerst beeindruckend wirkt.

Immer wieder stellt sich in der Dokumentation die Frage, inwieweit es ethisch vertretbar ist, auf das Leid die Kamera zu halten und zur Schau zu stellen. Für Nachtwey, so erfahren wir, ist das nur möglich, weil er von dem bedingungslosen Glauben besessen ist, das seine Bilder etwas bewirken. An einer Stelle sagt er, dass Fotografie das Gegengift zum Krieg sein könnte. Dennoch bleibt die Figur James Nachtwey ein faszinierendes Rätsel. Der Schrecken des Krieges, den "War Photographer" ebenfalls in seiner ganzen Deutlichkeit zeigt, wenn weinende Mütter, Leichen oder ähnliches zu sehen sind, ist zu abstoßend, als das man wirklich verstehen könnte, wie Nachtwey seinen Beruf über viele Jahre hinweg ausüben konnte und immer noch kann.

Weil "War Photographer" nicht nur bei dem Entstehen der Fotos bleibt, sondern auch in der Stern-Redaktion dabei ist, wenn die Werke begutachtet werden, gelingt dem Film ein differenzierter Blick auf das journalistische Geschäft, welches sich mit den Resultat menschlicher Grausamkeit beschäftigt. Dabei wirft die Dokumentation, indem sie ein gut recherchiertes Portrait eines Idealisten inmitten des ganzen Schreckens zeigt, brennende Fragen nach der Pflicht des Einmischens auf. James Nachtwey will nicht untätig sein. Seine Form, sich einzumischen, zeigt "War Photographer" eindrucksvoll.





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