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Das fliegende Klassenzimmer
Das fliegende Klassenzimmer
© EuroVideo Medien GmbH

Kritik: Das fliegende Klassenzimmer (2002)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nachdem das Buch von Erich Kästner bereits in den 50er- und 70er-Jahren verfilmt wurde, realisierte Filmemacher Tommy Wigand 2003 die dritte Adaption des weltbekannten Stoffes. Kästner veröffentlichte seinen Schul-Roman 1933. Wigand und sein Team drehten in Leipzig, München und in den Gebäuden der Landesschule Pforta in Naumburg an der Saale. Mit bekannten Darstellern wie Anja Kling, Harald Richter und Frederick Lau ist der Film bis in die Nebenrolle sehr prominent besetzt.

Wigand entstaubt die über 70 Jahre alte Geschichte um Jonathan und seine Freunde und tut gut daran, die Inhalte bzw. Elemente des Romans an die (damals) aktuelle Zeit anzupassen. Neu sind etwa die Nebenhandlung um die DDR-Verfolgung, einige Nebenfiguren sowie die Bedeutung, die der Rap-Kultur zugutekommt. Denn die Clique macht aus dem "Fliegenden Klassenzimmer" ein zeitgemäßes Stück mit rasanten Tänzen und gelungenen Hip-Hop-Einlagen.

Dennoch bleibt festhalten, dass der Neuverfilmung ein wenig die Magie und Lässigkeit der anderen Filme fehlt. Allen voran die 54-Version mit Rock’n’Roller Peter Kraus als Jonathan bleibt mit ihrem Einfallsreichtum, der unwiderstehlichen Leichtigkeit und einer passenden Besetzung unerreicht. Auch wenn Wigand gute Darsteller für seine skurrilen Figuren findet und die meisten ihre Rollen mit Lust am Spiel ausfüllen: Nicht immer stimmt die Chemie zwischen Jonathan und seinen Freunden, und nicht immer ergibt die Besetzung prominenter Schauspieler in teils belanglosen, blassen Nebenrollen Sinn. Bestes Beispiel: Anja Kling als verzichtbare Sportlehrerin, die wenig zu Dramaturgie und Handlung beiträgt.

An der Botschaft Kästners aber hat sich wenig verändert und diese vermittelt die Neuverfilmung größtenteils glaubhaft und authentisch. Der Film betont den Wert von Freundschaft und Zusammenhalt einer jugendlichen Clique, die sich ein großes Ziel gesetzt hat. Die Verwirklichung dieses Ziels (die Wiederaufführung des Stücks) wird in Gemeinschaftsarbeit, akribisch und mit Tatendrang angestrebt.

Fazit: Auch wenn der Charme und die Lässigkeit der Ursprungsfilme fehlen, gelingt Tommy Wigand mit seiner Neufassung vom "Fliegenden Klassenzimmer" ein sympathischer, kurzweilig-frecher Spaß für eine junge Zielgruppe.




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