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Der Date-Profi
Der Date-Profi
© Central Film

Kritik: Der Date Profi (2006)


Die Neuauflage einer 1960 veröffentlichten britischen Komödie lebt zu einem großen Teil von reiner Schadenfreude. Das ist nun weder verwerflich noch ungewöhnlich für eine Komödie, aber leider funktioniert es nicht den ganzen Film über, und so sinkt die anfangs gar nicht schlechte Lacherquote mit zunehmender Zeit beträchtlich. Das Ende ist dann leider so unglaubwürdig wie enttäuschend. Ursache ist ganz klar das Drehbuch: Die Autoren haben sich schlicht selbst ein Bein gestellt, indem sie versuchen, die anfangs komplett überzeichneten Figuren plötzlich eine Entwicklung durchmachen zu lassen, die so gar nicht zu ihnen passt: Anfangs gehen die meisten Witze auf Kosten der Hauptfigur, dem herzensguten und etwas naiven New Yorker Hilfspolizisten Roger, der in jeder kleineren oder größeren Stresssituation einer Panikattake erliegt und sich hyperventilierend in eine Ohnmacht befördert. Eine ganze Menge Komik ziehen die Autoren aus der Beschreibung des Alltags dieses Selbsthilfeliteratur verschlingenden, liebenswerten Superlosers, der mit seinem lächerlichen Buggy durch die Stadt gondelt, Strafzettel verteilt und von so ziemlich jedem gemobbt wird, der ihm den lieben langen Tag so über den Weg läuft. Anschließend sorgen dann Rogers neue Freunde aus dem Kurs zur Steigerung des Selbstbewusstseins, sowie die mitunter gefährlichen und meistens schief gehenden Übungen, die sie im Rahmen des Kurses zu bewältigen haben, für zusätzliche Lacher. Dann aber müssen die Superloser mit der Zeit tatsächlich Selbstbewusstsein gewinnen und Erfolge erzielen – und genau hier beginnen die Probleme. Denn: Die "Loserlacher" werden nun zwangsläufig weniger, und der einsetzende Kleinkrieg zwischen Roger und seinem bösartigen Gegenspieler Dr. P.,der in dieser Phase wohl eigentlich für Spannung und weitere komische Situationen sorgen sollte, ist weder spannend, noch besonders komisch, so vorhersehbar wie unglaubwürdig. Wer nicht wenig Zeit dafür aufwendet, seinen Helden als den größten Verlierer aller Zeiten, und dessen Gegenspieler als gnadenlos überlegenes, diabolisches Alpha-Männchen darzustellen, muss schon eine gute Erklärung dafür parat haben, dass der bislang als Jungfrau sein Dasein fristende Loser im Kampf um das Mädchen (und darum geht der Klein-Krieg natürlich) urplötzlich zum Gewinner mutiert. Und besonders gut ist die angebotene Erklärung leider nicht. Bleibt zu sagen, dass der deutsche Titel "Der Date-Profi" eigentlich das Schlechteste am gesamten Film ist. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, wobei sie allerdings angesichts des streng nach Typ gehenden Castings (der großäugige Jon Helder gibt den schmächtigen Loser Roger, der markante Billy Bob Thornton den verschlagenen Dr. P. und als dessen einschüchternder Assistent tritt der Hüne Michael Clarke Duncan auf) auch vor keiner allzu komplizierten Aufgabe stehen. An der soliden Inszenierung von Todd Phillips gibt es ebenfalls nichts zu Meckern. Soll heißen: Mit einem vor allem im letzten Drittel etwas durchdachteren Drehbuch hätte das eine gute Komödie werden können...





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