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Crank
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© 2000-2006 Universum Film

Kritik: Crank (2006)


Action-Wahnsinn mit Methode "Transporter" auf Steroiden Der letzter Tag im Leben von Chev Cheliov ist auch sein aufregendster: Mit einer tödlichen Dosis Gift im Blut hetzt Action-Ikone Jason Statham ("Der Transporter") als hemmungsloser Auftragskiller durch Los Angeles - auf der Suche nach den Drahtziehern und einem Gegenmittel. "Crank" ist das überdrehte, ultrabrutale und zugleich unerwartet komische Porträt eines Adrenalinjunkies, dessen Pulsfrequenz sich nicht verringern darf. Der ausgesprochen originelle visuelle Stil der werbefilmgestählten Regisseure Brian Taylor und Mark Neveldine dürfte dem Streifen unter B-Film-Freunden Kultstatus verschaffen. Wer "Crank" gesehen hat, reibt sich nicht nur die Augen sondern stellt sich auch die Frage, wieso Hauptdarsteller Jason Statham nicht der neue Bond geworden ist. Tatsächlich hat der 34 Jahre alte Action-Star sämtliche Zutaten: britische Wurzeln, tödliche Coolness, perfekten Look im Maßanzug, Kampfsporterfahrung und die löbliche Angewohnheit, seine Stunts selber zu machen. Hollywoods Wege sind eben oft unergründlich, doch hin und wieder sind sie auch für einen Glücksfall gut. So gab etwa das kleine Studio Lionsgate den jungen Werbefilmern Brian Taylor und Mark Neveldine genug Geld in die Hand, um ihr Kinodebüt namens "Crank" an Originalschauplätzen in Los Angeles zu drehen. Eine zwar kostspielige aber sehr sinnvolle Entscheidung, denn Taylor und Neveldine, die auch das Drehbuch schrieben, schicken ihren Protagonisten auf eine atemlose Stadtrundfahrt mit ziemlich offensichtlichen Anleihen bei den Filmen "Speed" und "D.O.A.". Das Ergebnis ist ein gleichermaßen amoralischer wie unprätentiöser Action-Streifen mit Turboantrieb. Zwischen Adrenalinschub und Herzstillstand Statham spielt darin den Auftragskiller Chev Cheliov, dem unzufriedene Kunden einen Giftcocktail injizieren, der ihn umbringen wird, sobald sich seine Pulsfrequenz verringert. "You stop – you die!", lautet fortan das Überlebensmotto unseres Helden, dessen blutig-rasanter Streifzug durch Los Angeles von Aufputschmitteln jeglicher Couleur beschleunigt wird. Statham ist sich dabei für nichts zu schade: Er hetzt mit Dauererektion und nacktem Hintern durch die Stadt, demoliert ein nobles Einkaufszentrum, steckt seine Hand ins heiße Waffeleisen, lässt sich im Krankenhaus elektroschocken und treibt es vor 300 johlenden Zuschauern mit seiner verplanten Freundin (Amy Smart), ohne dabei jedoch zum Höhepunkt zu kommen. Den heben sich die Filmemacher selbstverständlich (und buchstäblich) fürs Finale auf, doch ehe es soweit ist, erbauen sie ihr Publikum mit homophobem Spott, bleihaltigen Schießorgien und blutrünstigem Splatterspaß - nicht zu vergessen einem psychedelischen Ausritt auf einem geklauten Polizeimotorrad. Am Ende gleitet das frenetische Spektakel zwar ganz arg in die Kategorie Schwachsinn ab, doch der stilsichere Einsatz von High-Definition Videokameras sowie das originelle Spiel mit Splitscreens, Farbeffekten und rasanten Schauplatzwechseln entschädigen für manchen inhaltlichen Patzer. Trotz seines eigentlich banalen Plots ist "Crank" erfrischend unkonventionell, humorvoll, spannend und vor allem: ausgesprochen unterhaltsam.




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