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Gott (MORGAN FREEMAN) und Evan Baxter (STEVE CARELL)
Gott (MORGAN FREEMAN) und Evan Baxter (STEVE CARELL)
© Photo Credit: Universal Pictures © 2007 Universal Studios. ALL RIGHTS RESERVED.

Kritik: Evan Allmächtig (2007)


Im Jahr 2003 durfte Jim Carrey in dem von Steve Oedekerk verfassten "Bruce Almighty" unter der Regie von Tom Shadyac ("Der Dummschwätzer", "Der verrückte Professor") die Urlaubsvertretung von Gott spielen. Das Resultat war vielleicht nicht unbedingt brillant, aber doch ansehbar und mit genügend Lachern ausgestattet um weltweit immerhin knapp eine halbe Milliarde US-Dollar einzuspielen. So wundert es nicht, dass das auf Komödien gebuchte Autor-/Regisseur-Duo Oedekerk/Sahdyac mit dem Sequel "Evan Allmächtig" noch einmal Kasse machen wollte. Ob das gelingt, ist allerdings eher fraglich.

Die Story-Prämisse von "Evan Allmächtig" erinnert nur vage an den Vorgänger: Gott alias Morgan Freeman ist nicht etwa schon wieder urlaubsbedürftig, sondern tut das, was man als Gott so tut: Gebete erhören und hin und wieder ein paar Menschen vor drohenden Katastrophen retten.
Als sich die fünfköpfige Familie des ehemaligen Nachrichtensprechers und frischgebackenen Kongressabgeordneten Evan Baxter (im Vorgängerfilm der größte Konkurrent von Bruce "Allmächtig" Nolan) in einem Vorort in der Nähe von Washington in einem schicken und ziemlich großen neuen Domizil niederlässt, wünscht sich die Ehefrau des Workaholics in ihren Gebeten, die Familie möge in der neuen Heimat doch ein wenig zusammenrücken. Da eben dieser neuen Heimat eine Flutkatastrophe droht (eine Gefahr, von der natürlich niemand weiß) recycelt Gott eine alte Idee: er trägt Evan Baxter auf, gemeinsam mit seinen drei Söhnen eine Arche zu bauen. Nach anfänglichem Widerstand (unter anderem auch gegen die für den Bau einer Arche offenbar dringend notwendige Hippiefrisur und den obligatorischen Noah-Kaftan) macht sich der alles andere als allmächtige Evan mit seinen Söhnen ans Werk.

So weit, so lustig. Aber: Wortspielereien und Slapstick-Einlagen, die zu Beginn noch für Lacher sorgen, werden in der x-ten Wiederholung natürlich nicht komischer, und da Regisseur Shadyac und sein Autor Steve Oedekerk im weiteren Verlauf leider kaum weitere Gags anbringen, wird es nach der noch ganz netten Anfangsphase zunehmend langweilig. Wo es nichts zu Lachen gibt, beginnt man, über den Film nachzudenken, und das ist ganz sicher nicht im Sinne des Regisseurs Shadyac und seines Autors Oedekerk. Denn da fällt dann plötzlich auf, dass die Story liebloser zusammengezimmert ist als Evans Arche.
Eine komplett unglaubwürdige Storyprämisse ist ja nicht wirklich ungewöhnlich und entsprechend problemlos hinzunehmen, dass die Story aber konsequent bis zum Finale mit jeder Wendung unglaubwürdiger wird und rührselig bis naiv-moralisch von Klischee zu Klischee stolpert, nervt dann doch ein wenig. Zumal Shadyac offenbar auch seinen Darstellern den Sinn des Geschehens nicht näher bringen konnte. John Goodman (als klischeehaft-korrupter, gieriger Kongressabgeordneter) hat in vermutlich jeder einzelnen "Roseanne"-Folge eine überzeugendere Leistung gebracht. Andere, etwa Hauptdarsteller Steve Carell oder auch seine Nebendarstellerin Lauren Graham in ihrer undankbaren Rolle als Evans Ehefrau, mühen sich zumindest redlich, aber eben auch sichtbar angestrengt. Allein Morgan Freeman, der wirkt, als würde er sich über den ganzen Schlamassel königlich amüsieren, ist da eine wohltuende Ausnahme.

Aber: Ganz so schlecht, wie es jetzt vielleicht klingt, ist der Film dann doch nicht. Streckenweise, vor allem am Anfang, ist er durchaus ganz unterhaltsam. In der restlichen Zeit sollte man eben nur nicht zu viele Gags erwarten und auf gar keinen Fall anfangen, über irgendetwas nachzudenken. Dann geht’s schon.





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