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Kritik: Dummschwätzer (1997)


Anfangs nimmt der Film in wunderbar sarkastischer Weise die Ellenbogenmentalität der karrieregeilen Yuppiegesellschaft auf's Korn, später steuert das Drehbuch leider auf ein gnadenlos unrealistisches Happy-End zu: Anstatt Fletchers logisch scheinenden beruflichen Untergang zu besiegeln, manövrieren die beiden Drehbuchautoren Paul Guay und Stephen Mazur die Handlung an den Klippen der Realität vorbei; denn Fletcher schafft es, zur Freude seines anwesenden Chefs, mittels einer juristischen Kleinigkeit den Prozeß doch noch zu gewinnen. Die Geschichte mündet schließlich in ein amerikanisch kitschiges Finale furioso, indem es ihm gelingt, die getrennte Familie auf dem Flughafen von L.A. doch noch zusammenzuführen. Ursprünglich hätte der Showdown auf einem Highway spielen sollen, aber Carrey träumte, daß es besser sei, den Schluß auf dem Airport zu drehen; Mehrkosten: zwei Millionen Dollar. Schade aber, daß Carrey nicht noch von ein paar anderen Stellen geträumt hat. Vor allem gegen Ende hätte das dem Film sicher ganz gut getan. Carreys schauspielerische Leistung allerdings war wieder einmal überzeugend komisch; sie allein macht den Film schon sehenswert.
Dennoch wird "Liar, Liar" hierzulande wohl kritischer aufgenommen werden als in den USA; nicht zuletzt auch weil unser Rechtssystem noch nicht ganz so zum Kasperletheater um Millionensummen verkommen ist. Des weiteren liegt die deutsche Übersetzung, und zwar nicht nur mit dem hirnverbrannten Titel "Der Dummschwätzer", noch Tage später schwer im Magen; auch eine Menge Sprachwitz, von dem gerade ein solcher Film lebt, ging vor die Hunde.
Insgesamt scheint es, als habe man gerade aus dem letzten Carrey-Streifen "Cable Guy", der in Amerika aufgrund seines kritischen Anti-Fernsehen-Beigeschmacks nicht den Kassen-Erwartungen gerecht wurde, gelernt und die zumindest finanziell richtigen Schlüsse gezogen. Jedenfalls grinst Carrey wieder rundheraus und durchgehend.
© Jack Daniel exklusiv im Internet für spielfilm.de




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