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Kritik: The Strangers (2008)


Als Bryan Bertino ein Kind war, lebte er mit seinen Eltern irgendwo im nirgendwo. Eines Tages, die Eltern waren nicht zu Hause, klopfte es an der Tür. Als seine Schwester öffnete, standen dort Fremde und fragten nach jemandem, der angeblich in dem Haus wohnte. Später erfuhr die Familie, dass Einbrecher in der Gegend ihr Unwesen trieben und mit dem simplen Trick nach verlassenen Häusern fahndeten. Dieses Erlebnis, so steht es im Presseheft zu "The Strangers", lieferte dem inzwischen 30jährigen Bertino die Inspiration für sein Kinodebüt. Herausgekommen ist dabei ein Thriller, der alles andere als perfekt ist, aber, sofern man bereit ist über die Fehler hinwegzusehen, doch ziemlich zu gruseln vermag.

Sein Script verfilmte Bertino mit Liv Tyler und Scott Speedman in den Hauptrollen und ganz ohne Frage ist diese Besetzung schon ein großer Pluspunkt, sind doch beide Darsteller versiert genug für die - zunächst einen psychologischen Thriller erwarten lassende - Anfangssequenz rund um die beziehungstechnisch eher negativen Folgen
eines missglückten Heiratsantrags. Darüberhinaus erweist sich Tyler im weiteren Verlauf als wunderbare Scream-Queen.
Bei der Inszenierung greift Bertino auf bekannte Horror- und Suspense-Elemente zurück: Da gibt es fiese Masken,nervige Geräusche und mehrfach sehen die Zuschauer mehr als die Protagonisten - man darf also dabei zusehen, wie Liv Tyler voller Furcht durchs Haus tappst und nicht bemerkt, dass hinter ihr ein Eindringling steht und sie beobachtet. All das ist gut gemacht und über weite Strecken durchaus effektive Panikmache.

Getrübt wird das Gruselglück mit der Zeit dennoch, und zwar durch:
1. Zu viele Wiederholungen - dass Protagonsiten in Horrorfilmen und Thrillern zu ausgeprägter Vergesslichkeit neigen, ist nicht ungewöhnlich. Dennoch sollte man ihnen ein gewisses Maß an Lernfähigkeit zugestehen - auch das dümmste Opfer wird irgendwann abgespeichert haben, dass es sich lohnt, überlebenswichtige Waffen und Handys nicht einfach irgendwo liegen zu lassen. Bertino aber lässt seine geplagten Protagonisten überaus ausdauernd immer wieder die selben Fehler begehen.
2. Seltsame Storylücken, bzw. Anschluss-/Schnittfehler, die einem das Gefühl geben, dass der Film massiv umgeschnitten wurde - selbt bei wohlwollender Betrachtung ist es doch beispielsweise merkwürdig, wenn eine Hauptfigur den halben Film lang sang- und klanglos verschwindet und dann am Ende ebenso sang- und klanglos wieder auftaucht. Komisch auch, wenn sich eine Figur in einer Hütte einem Angreifer gegenüber sieht und sich nach einem Schnitt plötzlich im Freien befindet, ohne dass man erfahren hätte wie diese überraschende Flucht gelingen konnte. Etwas mehr Logik und Zusammenhang wäre wünschenswert.
3. Den merkwürdigen Versuch, das Ende mit einer Art "Funny Games"-analogen Gesellschaftskritik aufzuwerten. Manche Filme vertragen einfach keine Botschaft, schon gar nicht, wenn sie so spät kommt, dass man das Kino schon fast wieder verlassen hat.

Fazit: Recht unterhaltsamer Thriller mit guten Darstellern, der trotz einiger Fehler erhebliche Spannung aufzubauen vermag.




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