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Kritik: Die Quereinsteigerinnen (2005)


Passend zum Siegeszug von Videocommunities a la Youtube hält mit "Die Quereinsteigerinnen" der "Laienlook" auch im Kino Einzug. Das Kinodebüt des Regieduos Rainer Knepperges und Christian Mrasek kommt zwar weniger improvisiert daher als vor allem die ersten Minuten glauben machen, feiert aber sowohl inhaltlich als auch optisch lockere Unprofessionalität als Mittel zur Flucht aus dem grauen Alltag. So wurde der gesamte Film auf Videomaterial gedreht. Und das, so behaupten zumindest die Filmemacher, nicht etwa aus Budgetgründen, sondern zur Spiegelung des inhaltlichen Leitmotivs "Improvisation".

Die durch diesen technischen Kniff, aber auch in der Darstellung, zur Schau gestellte Unprofessionalität ist anfangs durchaus etwas irritierend und gewöhnungsbedürftig. Vor allem in der ersten Viertelstunde wirken die Darsteller gelegentlich, als wüssten sie nicht recht, was genau sie tun sollen. Ob dies nun als Stilmittel gedacht und folglich so gewollt, oder doch eine Folge von Improvisation ist, sei dahingestellt - in jedem Fall stört es ein wenig. Aber wirklich nur ein ganz klein wenig, denn die (scheinbar ?) planlosen Szenen werden im Verlauf seltener. Zudem sind die Hauptdarstellerinnen ein Glücksfall: Claudia Basrawi als liebenswürdig-dusselige Nostalgikerin könnte kaum besser gecastet sein, während Nina Proll eine so selten gute Performance hinlegt, dass sie schon allein den gesamten Film tragen könnte. Am auffälligsten aber ist an "Die Quereinsteigerinnen" etwas ganz anderes: Der Film sieht bis zur letzten Minute so aus, als hätten alle Beteiligten eine ziemliche Menge Spaß an der Sache gehabt. Und so hat man am Ende tatsächlich fast selbst Lust, zur Videokamera zu greifen und einen Film zu drehen.

Fazit: "Die Quereinsteigerinnen" ist vielleicht kein Film für die großen Säle, aber in jedem Fall ein wunderbarer Film für Festivals, Open Air- und Programmkinos und ein durchaus beachtenswertes Kinodebüt, dass von den Regisseuren noch einiges erwarten lässt.





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