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Still Life (2006)

Sanxia haoren

Chinesisches Drama das am Beispiel zweier Paare zeigt, welche Folgen das umstrittene Drei-Schluchten-Staudamm-Projekt am Yangtze für die Menschen hatUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Der Bergmann San-ming Han reist in die Stadt Fengjie am Drei-Schluchten-Staudamm des Flusses Yangtze. Er will seine Ehefrau wieder finden, die ihn vor 16 Jahren mit ihrem gemeinsamen Kind verlassen hat. Doch die Straße, in der sie wohnte, ist längst im Wasser untergegangen. Zur gleichen Zeit kommt die Krankenschwester Shen-hong Guo in die Stadt. Auch Sie sucht ihren Ehepartner. Zwei Jahre ist es her, seit sich Bin Guo das letzte Mal bei ihr gemeldet hat, nun will sie ihren Mann zur Rede stellen.

Fengjie´s Altstadt steht schon unter Wasser, doch die neuen Unterkünfte für ihre Bewohner sind noch nicht fertig gestellt. Manche Dinge können gerettet, andere müssen zurückgelassen werden. So wie die vom Stausee überfluteten Häuser an anderer Stelle durch neue ersetzt werden müssen, sehen sich auch San-ming und Shen-hong am Ende gezwungen, neue zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen.

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Still Life - 'Auf dem Weg nach Fengjie'Still Life - 'San-ming auf der Suche'Still Life - Brücke im Drei-Schluchten-Tal'Still Life - 'San-ming und Bing'Still Life - 'Seiltanz'Still Life - 'Shen-hong am Ufer des Yangtze'

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: China
Jahr: 2006
Genre: Drama
Länge: 108 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 04.10.2007
Regie: Zhang Ke Jia
Darsteller: San-ming Han, Hong-wei Wang, Tao Zhao
Verleih: Delphi Film

ZusatzinformationAlles anzeigen

 Der Yangtze und der Drei-Schluchten-Staudamm

Der Yangtze ist mit fast 6.300 Kilometern Länge, nach dem Nil und dem Amazonas, der drittlängste [...mehr] Fluss der Welt, und der längste in Asien. Die Quelle an einem Gletscher in den Dangla Bergen liegt über 5.000 Meter hoch im zentralen Himalaya Gebirge, wo der Fluss von den dort ansässigen Tibetern Drichu genannt wird. Zunächst strömt der Yangtze nach Osten, und dann eine lange Strecke mit starkem Gefälle vorbei an schneebedeckten Gipfeln in südliche Richtung, parallel zum Mekong. Bei Shigu in der Provinz Yunnan biegt er ab in die entgegengesetzte Richtung, fließt dann nach Osten durchs Rote Becken mit der Industriemetropole Chongqing und strömt weiter in östliche Richtung durch das Yangtze Stromgebiet bis zur Küste bei Shanghai, wo er ins Ostchinesische Meer mündet. Die Zeiten des Yangtze als unberechenbarer Schicksalsfluss, der Leben schenkte und nahm, sind weitgehend überwunden. Heute dominiert menschliche Technik den Strom.

Die Vorgeschichte des Drei-Schluchten-Staudamms geht zurück bis in die 1920er Jahre, als chinesische Nationalisten unter Leitung von Yat-sen Sun über den Staudammbau diskutierten. Mitte der 40er Jahre beauftragen die Chinesen amerikanische Wasserbauingenieure des US Bureau of Reclamation mit Dammplanungen für das regelmäßig von Überschwemmungskatastrophen heimgesuchte Flussgebiet. Wegen des Bürgerkrieges in China wurden die Pläne aber nicht realisiert.
1953 kam die Staudammplanung wieder in Gang, als der chinesische Diktator Mao befahl, geeignete Standorte für den Dammbau ausfindig zu machen. Das verheerende Hochwasser 1954, bei dem mindestens 33.000 Menschen ums Leben kamen, führte im folgenden Jahr zu einer detaillierten Planung mit Unterstützung sowjetischer Fachleute, die 1960 zurückberufen wurden, weil sich die Verstimmung im Verhältnis der beiden Staatschefs Mao und Chruschtschow zueinander verschärft hatte. 1963 kam es zum Abbruch der staatlichen Beziehungen zwischen den beiden Großmächten.
1966 bis 1969 führte die so genannte "Kulturrevolution" zum kompletten Abbruch der Staudammplanung in China. Auch nach Maos Tod kam der Bau des Drei-Schluchten-Staudamms wegen technischer und finanzieller Probleme sowie regionaler Interessenkonflikte zunächst nicht zustande. Erst Chinas Premierminister Peng Li konnte die Errichtung des weltweit größten Staudamms 1992 durchsetzen - mit einer zwei Drittel Mehrheit im Nationalen Volkskongress, der üblicherweise einstimmig votiert. Wie umstritten das Projekt war (und noch immer ist), zeigt auch, dass Präsident Zemin Jiang nicht mit Li bei der offiziellen Zeremonie zum Start des Bauvorhabens auftrat.

Die Befürworter des Prestige-Projekts wollen folgendes erreichen: Durch Kontrolle des
Wasserdurchflusses soll die Gefahr von Hochwasserkatastrophen gebannt werden. Bereits seit mehr als 1000 Jahren und seit dem 15. Jahrhundert verstärkt wurden Deiche entlang des Yangtze und seiner Nebenflüsse errichtet. Trotzdem verzeichneten chinesische Historiker vom 2. bis zum 20. Jahrhundert weit über 1000 weitflächige Überschwemmungen in Folge der jährlichen Monsunregen, und 178 extreme Flutwellen (sechs davon in den 1990er Jahren) die nicht nur zu massiven Sachschäden führten, sondern massenweise Todesopfer forderten. In den Jahren 1931 und 1935 beispielsweise ertranken nach offiziellen Angaben jeweils weit über 140.000 Menschen in den Sturzfluten, wahrscheinlich starben wesentlich mehr.
Das weltweit größte Wasserkraftwerk erzeugt mit 26 Turbinen – und Generatorenanlagen und einer installierten Gesamtleistung von 18200 Megawatt soviel Strom wie 15 herkömmliche Kernkraftwerke. Der Stausee ist 600 Kilometer lang und reicht natürlich auch in die angrenzenden Nebenflüsse hinein.
Damit soll die Schiffbarkeit erheblich verbessert und die wirtschaftliche Entwicklung in der Region gefördert werden. Außerdem erwartet man, dass die Kontinuität des Wasserabflusses auch zu einer Verbesserung der Schiffbarkeit unterhalb des Stausees führt; die Landwirtschaft würde vom geregelten Wasserzufluss für die Bewässerung profitieren.
Die jetzige Stauhöhe der Wassermassen am Damm beträgt 156,5 Meter. Für die Jahre 2008/2009 ist die Anhebung auf 175 Meter geplant. Danach soll der Höchststand in jedem Jahr vom Herbst bis zum Frühling hin langsam auf 145 Meter abgesenkt werden. Der Damm ist 185 Meter hoch und 2,3 Kilometer breit. Über eine noch zu errichtende Schleuse erreichen Schiffe das jeweils andere Flussniveau.
Chinesische und ausländische Gegner des Projekts argumentieren folgendermaßen: Die
Überflutungskontrolle und eine vergleichbare Stromerzeugungskapazität hätte sich preiswerter mit mehreren kleineren Staudämmen erreichen lassen, ohne die Gefahr eines möglichen Superdammbruchs. Abgesehen von den gewaltigen Baukosten für den Drei-Schluchten-Staudamm sind auch die notwendigen demografischen Anstrengungen und die Umweltschäden enorm. Rund 500 Städte, Dörfer und Siedlungen verschwinden in den aufgestauten Fluten. 1,2 bis 1,9 Millionen Menschen, die Schätzungen schwanken, verlieren ihr Zuhause und müssen umgesiedelt werden, oft gegen ihren Willen, nicht zuletzt weil sie mit höheren Mietzahlungen rechnen müssen. Malerische Naturlandschaften gehen ebenfalls unter, zusammen mit zahllosen architektonischen
Sehenswürdigkeiten und archäologischen Ausgrabungsstätten.
Mehr Industrie oberhalb des Damms, so wird befürchtet, führt zur Verschlechterung der Wasserqualität.
In den aufgestauten Nebenflüssen ist das schon jetzt der Fall. Dadurch und in Verbindung mit dem größeren Schiffsverkehrsaufkommen wird die Flussfauna weiter dezimiert, auch unterhalb des Damms. #Der Yangtze-Flussdelfin wurde im Dezember 2006 offiziell für ausgestorben erklärt, der einheimische Tümmler wird wohl bald ebenso verschwunden sein. Heute gibt es schätzungsweise nur noch 1400 dieser selten gewordenen Tiere, halb so viele wie noch vor zehn Jahren. Ebenfalls vom Aussterben
bedroht sind der Chinesische Alligator, der Chinesische Paddelfisch und andere Wasserbewohner.
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die bislang höchste und dauerhafteste Überschwemmung des Yangtze Menschenwerk ist.


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