oder

Half Moon (2006)

Niwemang

Gefilmt in den kargen und abgelegenen Regionen Kurdistans, erzählt "Half Moon" mit Humor von den Schwierigkeiten, mit denen kurdische Künstler im Iran konfrontiert sind, wenn sie öffentlich in Erscheinung treten wollen. OmU (kurdisch mit deutschen Untertiteln)User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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„Endlich ist es soweit!“ Die Nachricht erreicht Kako völlig überraschend. Sein alter Freund
Mamo, einer der berühmtesten kurdischen Musiker, hat nach dem Sturz von Saddam
Hussein endlich wieder eine Auftrittserlaubnis für den kurdischen Irak bekommen. Die langen Jahre, in denen die öffentliche Aufführung kurdischer Musik verboten war, sind vorbei.
Voller Vorfreude auf das große Konzert funktioniert Kako kurzerhand den alten Schulbus
seines Freundes zum Tourbus um und macht sich gemeinsam mit Mamo auf den Weg.
Dieser hat auch seinen neun Söhnen die freudige Nachricht zukommen lassen und bereits
alle nötigen Reisegenehmigungen eingeholt. Der beschwerlichen Reise Richtung Irak steht also nichts mehr im Wege. Doch die ausgelassene Stimmung täuscht. Mamo wird von dunklen Visionen heimgesucht – immer wieder sieht er sich tot in einem Holzsarg liegen, der von einer jungen Frau durch den Schnee gezogen wird.

Fest entschlossen, sich nicht von seinem Vorhaben abbringen zu lassen, ignoriert er seine Vorahnungen. Und obwohl einer seiner Söhne warnt, dass, sollte er die Reise nicht aufgeben, beim nächsten Vollmond etwas Schreckliches passiert, bleibt Mamo bei seinem Entschluss. Er hegt sogar einen noch viel riskanteren Plan. Für seine Musik fehlt ihm eine außergewöhnliche Stimme – die einer Frau. Und nur Hesho kommt dafür in Frage; eine begnadete Sängerin und Freundin aus früheren Tagen. Da es Frauen im Iran allerdings verboten ist, öffentlich als Solostimme vor einem männlichen Publikum zu singen, wurde sie zusammen mit 1334 anderen Sängerinnen in ein abgelegnes Bergdorf verbannt. Zudem hat sie keine Erlaubnis, das Land zu verlassen. Mamo fasst kurzerhand den Plan, sie in einem geheimen Versteck im Bus über die Grenze zu schmuggeln...

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Half MoonHalf MoonHalf MoonHalf Moon


Filmkritik

"Half Moon" erzählt als bitteres Märchen mit feinem Humor und dokumentarisch komponierten Aufnahmen der rauen Bergwelt von den Schwierigkeiten des kurdischen Volkes, vertreten durch seine wichtigsten Kulturträger, die Musiker:
Kako veranstaltet gerade einen Hahnenkampf, da erhält er die Nachricht, dass der berühmte Musiker Mamo nach Saddam Husseins Sturz im kurdischen Teil Iraks auftreten darf. Sofort schwatzt er einem Freund einen alten Schulbus ab - mit dem Versprechen, ihm dafür vor den versammelten Fernsehteams aus aller Welt zu danken, die doch sicher zu Mamos Auftritt erscheinen werden... dann schnappt er sich seinen Lieblingshahn, sammelt Mamos zehn Söhne ein und zum Schluss den alten kränkelnden Musiker selbst. Mamo wird auf der Reise stets von Visionen geplagt: Eine junge Frau schleift ihn in einem Holzsarg hinter sich her. Diese bösen Vorahnungen treibt er selbst zur Erfüllung, indem er die verbannte Sängerin Hesho mitnimmt, die kein Visum besitzt und als Frau ohnehin nicht öffentlich auftreten darf. An der Grenze passiert dann, was passieren muss: Hesho wird von Hunden aufgespürt, Soldaten zerstören die Instrumente, einige Söhne setzen sich ab.

Mit Mamos Problemen gehen die filmischen einher: Der Regisseurs Bahman Ghobadi ("Zeit der trunkenen Pferde", "Schildkröten können fliegen") hat seinen Film zu scharf in zwei Teile zergliedert – der erste ist ein skurriler Roadmovie mit Witz und liebevollen Details, der zweite eine traurige Odyssee im Schnee. Verbindend wirken märchenhafte Szenen, wie Mamos Visionen, der Besuch bei einem Wahrsager oder ein einsames, von einem Soldaten bewachtes Bergdorf, in dem über 1000 verbannte Sängerinnen leben. Als Mamo Hesho abholt, formieren sie sich trommelnd in leuchtend bunten Gewändern vor der fahlen Berglandschaft. Im zweiten Teil entspricht dem das wundersame Auftauchen des schönen Mädchens Niwemang (= Halbmond).
Diese mythischen Anspielungen relativieren die tragischen Ereignisse nicht: Ein so zäher, unerschrockener Held wie Mamo hätte eben auch einen märchenhaften Triumpf verdient. Aber vielleicht ist ja genau das Ghobadis Anliegen. Zumal sein Film im Iran – wegen der Kritik am Verbot weiblicher Solosängerinnen – kurz nach der Aufführung verboten wurde.  




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Land: Frankreich, Iran, Österreich
Jahr: 2006
Genre: Drama
Länge: 107 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 09.08.2007
Regie: Bahman Ghobadi
Darsteller: Hedye Tehrani, Ismail Ghaffari, Allah-Morad Rashtiani
Verleih: Pandora Film

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