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Doomsday - Tag der Rache
Doomsday - Tag der Rache
© 2008 Concorde Filmverleih

Kritik: Doomsday - Tag der Rache (2008)


Neil Marshall, der mit "Dog Soldiers" und "The Descent – Abgrund des Grauens" bisher nahezu ausnahmslos im Horrorgenre unterwegs war, brachte mit "Doomsday – Tag der Rache" 2008 eine wirre Mischung aus Science-Fiction, Zombie- und Mittelalterfilm auf die Leinwand. Diese kann zwar stellenweise unterhalten, versinkt jedoch unter dem faden Spiel der Hauptdarstellerin und einer langweiligen Handlung im eigenen Fahrwasser.

Wir schreiben das Jahr 2035. 27 Jahre nach dem Ausbruch des Reaper-Virus ist Schottland eine Quarantänezone, umgeben von einer hohen und schier undurchdringlichen Mauer. Niemand verlässt oder betritt unerlaubt den nördlichen Teil Großbritanniens. Plötzlich trifft der Virus nach Jahren der Abstinenz mitten in London ein. Die Regierung veranlasst sofort eine Spezialeinheit, sich in das evakuierte Schottland zu begeben, um dort nach Überlebenden und einem Gegenmittel zu suchen, das der Bevölkerung über all die Jahre verschwiegen wurden.

Doch mit dem Spezialtrupp werden nach einer atmosphärisch gelungenen Einleitung auch schon die ersten Probleme des Films deutlich. Hauptdarstellerin Rhona Mitra als visueller Sandra Bullock-Verschnitt wirkt, als trüge sie eine starre Gipsmaske, die nur selten aufzuweichen beginnt. Nahezu bezeichnend, dass sie in der Vergangenheit einen begonnenen Schauspielunterricht abbrach und zumeist in Nebenrollen diverser Serien zu sehen war. Aber auch die anderen Charaktere wissen bis auf einen krankhaft psychopatischen Irokesenkannibalen wenig in ihren Rollen zu überzeugen. Zusammen mit der abstrusen Handlung wirkt die Aneinanderreihung von Genre-Verschnitten durch das weitgehende Fehlen charismatischer Darsteller wie ein recht lieblos gestaltetes, schlechtes B-Movie.

Das Jüngste Gericht bastelt sich der Film durch diese Schwächen ohne größeren Probleme selbst, und es stellt sich heraus, dass der daraus resultierende Murks zwar in actionreichen Momenten durchaus auch mit Situationskomik zu unterhalten weiß, jedoch letztlich nichts anderes ist als eine gestellt coole und nervötend lahme Mischung aus Klischeebildern (nicht zu vergessen der Soldat, der sich den Befehlen seines Vorgesetzten widersetzt), die der eine, wie Regisseur Neil Marshall selbst, als Hommage an Produktionen der 80er ("Mad Max", "Indiana Jones", "Die Klapperschlange") ansehen mag, bei dem normalen Kinogänger jedoch nur ein flaues Gefühl hinterlassen.

Man bedient sich, wie bei Filmen dieser Art üblich, sozialdarwinistischer Schlagworte wie „struggle for life“, „survival of the fittest“ und „natural selection“ und übt damit minimalistisch Gesellschaftskritik, die unter einem lauten Kabooom und groß klaffenden Logiklücken allerdings viel zu schnell das Zeitliche segnet.

Am Ende vermag der Film seine "Mad Max"-Anleihen bewusst nicht mehr zu verstecken, mutiert mit dieser zwar lustigen, aber dennoch relativ schlechten Kopie zum absoluten Trashspektakel. Dieses endet schließlich noch bevor die Protagonistin ihren monotonen Gesichtsausdruck aufweichen kann. Fazit: Was die Macher uns mit diesem Werk sagen wollen? Sie haben als Kinder die gleichen Filme gesehen wie der Rest ihrer Generation. Nur die Liebe und der Respekt zu diesen Werken ging scheinbar mit der Zeit verloren...




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