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Too much future - Ostpunk
Too much future - Ostpunk
© Neue Visionen

OstPunk! Too much Future (2006)

Too much Future - Punk im Osten

Porträt sechs ehemaliger Punks aus Berlin, Leipzig und Dresden. Es ist an Orten angesiedelt, die inzwischen für ihren Lebensmittelpunkt stehen und beschreibt sie in Situationen, die heute signifikant für ihre Lebenshaltung sind. Der Film konfrontiert ihre Gegenwart mit ihrer Vergangenheit, mit dem bleibenden Eindruck vom bunten Grau des OstensUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Punk in West-Europa war ein popkulturelles Phänomen mit politischen Ursachen. Punk in der DDR dagegen war ein politisches Phänomen mit popkulturellem Hintergrund. Als 1979 die ersten Punks in Ost-Berlin und Leipzig auftauchten, war dies keine Reaktion von sozialen oder künstlerischen Randexistenzen auf eine satte Konsumgesellschaft. Es war die Reaktion auf eine Mangelgesellschaft, welche nicht nur materiell, sondern auch mit elementarsten Freiheiten unterversorgt war. In der DDR war es keine Frage der Herkunft oder des unfreiwilligen sozialen Abstiegs, ein Außenseiter zu sein, vielmehr glich es einem Akt des Widerstandes, sich als Individuum in einer zwangskollektivierten Gesellschaft zu erkennen zu geben und zu behaupten. Die Punks in der DDR versuchten, die Grenzen eines Systems zu überwinden, welches seine Jugend steuern wollte, von dem sie sich aber nicht lenken ließen. Den Konflikt zwischen Planwirtschaft und Eigenwesen, zwischen Zukunftsregulierung und Individualität vollzieht Carsten Fiebelers Dokumentarfilm nach. Die rhythmisch montierten Bildcollagen, das Archivmaterial, die Musik und die Interviews mit einigen der wichtigen Protagonisten der frühen Ostpunk-Bewegung machen »Too much future - Ostpunk« zu einer Auseinandersetzung mit der Gegenkultur im Osten und ihrer brachialen Repression. Während die Punkbewegung im Westen aufrührerisch-grölend no future verkündete, stemmten sich im Osten Bands wie »Wutanfall«, »Schleimkeim«, »Schlachthofarbeiter«, »Betonromantik« oder »Namenlos« gegen den verordneten Zukunftsoptimismus und soziale Überversorgung. Fiebelers Zeitdokumente sind dabei ebenso laut, kompromisslos und authentisch wie das politische und ästhetische Nein der Punks.
Er erzählt die persönlichen Geschichten ganz zu Ende, erzählt von Anpassung, aber auch von Konsequenz, von Resignation aber auch von Unabhängigkeit, von der Verwandlung der Ablehnung in künstlerische und politische Praxis.

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Land: Deutschland
Jahr: 2006
Genre: Dokumentation
Länge: 93 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 23.08.2007
Regie: Michael Boehlke, Carsten Fiebeler
Darsteller: Cornelia Schleime, Colonel, Daniel Kaiser
Verleih: Neue Visionen




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