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Kritik: Baarìa - Eine italienische Familiengeschichte (2009)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Epos ohne Inhalt: Mit "Baaría" präsentiert Giuseppe Tornatore (u.a. "Cinema Paradiso") einen weiteren Sepia-geschwängerten, mit Morricones Musik garnierten Bilderbogen über seine sizilianische Heimat; versetzt mit magischem Realismus diesmal. Das Ergebnis ist ein viel zu langes, vages und dabei arg verklärendes Familienrührstück mit einigen wirklichen Charakteren, jeder Menge Schablonen und ein paar putzigen Einfällen.

Mit "Baaría" reißt Tornatore jede Menge Geschichten an, erzählt aber keine wirklich zuende. Geht es nun um die Kommunisten in Bagheria (im Lokalslang Baaría genannt)? Oder doch nur um eine mehr oder weniger ungewöhnliche Liebe? Als drei Generationen umspannenden Familiengeschichte überzeugt der Film ebenfalls nicht so ganz. Stattdessen serviert Tornatore unablässig kleine Anekdötchen oder Postkarten-artige Einblicke in die Stadt. Die Zeit schleppt sich dabei träge dahin. Auch die Schauspieler, welche allesamt eher nach Rom, denn nach Provinzstädtchen aussehen,können kaum über längere Abschnitte die Aufmerksamkeit an sich binden. Allen voran das Model Margareth Madè: Zwar erinnert sie stark an eine junge – allerdings völlig kurvenlose - Sophia Loren, eine Familienmatrarchin nimmt man ihr allein deshalb aber nicht ab.

"Baaría" könnte ohne die Sprachspur gut als dezenter Hintergrund für ein italienisches Essen funktionieren. Als Kinofilm ist er nur denjenigen zu empfehlen, die sich 150 Minuten lang für ein märchenhaft-niedliches und sehr gelbstichiges Italien mit Morricone-Soundtrack begeistern können.





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