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Duell der Magier
Duell der Magier
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Duell der Magier (2009)


Den tollpatschigen Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht mehr in den Griff bekam, präsentierte Disney bereits 1940 in seinem bahnbrechenden abendfüllenden Trickfilm "Fantasia". Erfolg beschieden war dem Streifen, der seiner Zeit weit voraus war, zunächst aber nicht, obwohl er in veränderten Fassungen in den folgenden Jahren immer wieder in die amerikanischen Kinos gelangte. Erst mit Beginn der Hippie-Ära erlangte "Fantasia" wegen seines psychedelisch-schrägen Charakters einen gewissen Kultstatus.

"Duell der Magier", ebenfalls aus dem Hause Disney und damit gewissermaßen eine Art Realadaption des Themas, hat mit dem Original immerhin noch einen Zauberlehrling gemeinsam, der ebenfalls äußerst verpeilt daher kommt und einen Meisterhexer, der in der Hippie-Ära durchaus schnell zu einigen Ehren gekommen wäre.

Der von Geldsorgen geplagte Nicolas Cage, der derzeit keine Rolle ablehnen darf, spielt den altehrwürdigen Magier Balthazar Blake, einen gelehrigen Schüler des Meisters aller Meister, Merlin. Vor vielen Jahrhunderten stoppte Blake das Treiben der bösen Hexe Morgana, deren Ziel es war, die Menschheit zu unterjochen. Er besiegte aber nicht nur sie allein, sondern auch den anderen Meisterschüler Merlins: Maxim Horvath (Alfred Molina), der sich auf Morganas Seite geschlagen hatte. Horvaths Essenz bewahrt Blake seit dieser Zeit in einer verzauberten Matroschkapuppe auf, und auch die Lebenskraft Morganas ist noch erhalten und unter magischem Verschluss. Sollten die beiden jemals befreit werden, blüht der Menschheit ein übles Schicksal.

Wieder mal wurde das unsterbliche Motiv aus dem Zwist der Artus-Sage bemüht um ein hanebüchenes Fantasy-Spektakel abzufackeln. Lange Zeit, sich über diese konstruierte Initialzündung zu ärgern, bleibt allerdings nicht: Flott und mit einigem an Charme ausgestattet schreitet die Story voran und stolpert höchstens über den widerspenstigen Zauberlehrling, der einfach nicht begreifen will, dass er der Auserkorene ist, der eines Tages Morgana und ihrem Handlanger Einhalt gebieten muss. Jay Baruchel alias nerdiger Physikstudent Dave spielt tatsächlich die Jammerlappen-Loser-Nummer rauf und runter, dass es zuweilen zum Halse heraushängt.

Während die beiden älteren Herren Cage und Molina cool und gelöst auftreten, als hätten sie den Streifen in den Mittagspausen anderer Produktion mal eben gedreht, darf Baruchels Filmfigur von ihrer Entwicklung her (dem Drehbuch sei Dank) fast den ganzen Film über auf der Stelle treten und damit das Finale derart vorhersehbar gestalten, wie es nur möglich ist. So müssen dann zwangsläufig wie programmatisch die letzten Momente des Films dafür herhalten, den ungelenken Helden, der vorher gar nichts auf die Reihe bekam, zu seiner wahren Bestimmung zu verhelfen.

Abgesehen von dieser nervigen Plattitüde wurde "Duell der Magier" aber mit viel süffisantem Witz, spektakulären Effekten und einer kurzweiligen Geschichte versehen. Das alles erlaubt es, flottes wie humorvolles Popcorn-Bildgewitter zu zelebrieren, dem es überdies auch noch gelingt, als familientaugliches Entertaintmentpaket zu punkten, auch wenn die lieben Kleinen nicht allzu jung sein sollten.

Fazit: Die Fusion aus Hause Disney und Effektspezialist Jerry Bruckheimer beschert ein überwiegend unterhaltsames Fantasy-Spektakel, dessen Dialogwitz manchmal zündet, das aber weitgehend vom Output des CGI-Zauberzylinders lebt. Ein gut aufgelegter Cage und ein charismatischer Fiesling Molina halten die Show darüber hinaus auch schauspielerisch einigermaßen auf Kurs. Summa summarum ist "Duell der Magier" zwar damit noch kein cineastisches Must-Have, macht aber auf jeden Fall gehörig Spaß.





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