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Drei Stern Rot - Einmal Grenzer, immer Grenzer! - Plakat
Drei Stern Rot - Einmal Grenzer, immer Grenzer! - Plakat
© Hoferichter & Jacobs GmbH

Kritik: Drei Stern Rot - Einmal Grenzer, immer Grenzer! (2001)


Winter 2001: Christian Blank (Rainer Frank) dreht bei Dreharbeiten durch. Der ehemalige NVA-Grenzsoldat soll einen ebensolchen darstellen und kann es nicht. Die Psychiaterin Dr. Wehmann (Petra Kleinert) diagnostiziert "Borderline-Syndrom" – und kommt damit seiner persönlichen Wahrheit ungeahnt nahe.

Sieben Jahre nach dem Kinostart und pünktlich zum 20. Wendejubiläum findet "Drei Stern Rot" wieder in ausgewählte Kinos, ein lakonisch-sperriger Rückblick auf die DDR, der seinerzeit viel zu wenig beachtet wurde.
Im Mittelpunkt steht ein Mann, der eigentlich nur mit seiner großen Liebe Jana, die ihm schon als Kind begegnete, zusammen sein will. Doch das Schicksal scheint etwas gegen ihn zu haben. Oder vielmehr das System, in Gestalt des kurz geratenen, herrisch-bedrohlichen Major Nattenklingers (Dietmar Mössmer): Sein früherer Geburtshelfer und Lehrer verfolgt Blank tatsächlich schon sein ganzes Leben lang in unterschiedlichen Autoritätspositionen, wie ein bösartiger Geist. Blanks hoffnungsvoller Anfang als Undergroundliterat in der "Jungen Gemeinde", dem er eigentlich ein Journalistikstudium und dann die Ausreise folgen lassen will, wird abrupt mit seiner Abberufung an die Grenze beendet – wo Nattenklinger bereits als befehlshabender Offizier auf ihn wartet. Im Niemandsland am Zaun verwischen sich für Blank dann entgültig die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit…

Klingt deprimierend, ist tatsächlich eher skurril und tragikomisch, und das ganz ohne Albernheiten à la "Sonnenallee", "Helden wie wir" oder gar "NVA". Nur der Kammerspielcharakter der Erzählszenen und das teils gestelzte Spiel von Meriam Abbas als erwachsener Jana stören. Abgesehen davon leuchten auch die kleinsten Rollen, allen voran in Gestalt von Bastian Trost als Putzmittelschnüffler "Nuth" und Victor Schefé als "Hauptmann Dreifalt".
Fazit: Verwirrende, faszinierende und trocken-humorige Darstellung der NVA-Grenzsoldaten. Eine kluge Ergänzung der kuscheligeren Ostalgiehits.





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