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World Invasion: Battle Los Angeles - Hauptplakat
World Invasion: Battle Los Angeles - Hauptplakat
© Sony Pictures

Kritik: World Invasion: Battle Los Angeles (2011)


Invasionsfilme sind wieder im Kommen. Nach der Ära der 1950er – 60er Jahre, als der Mensch sich das erste mal aufmachte, die Grenzen seines Planeten zu verlassen, um in den Weltraum aufzubrechen, liegen die Gefahren, die dort lauern mögen, plötzlich wieder im Trend. Ob das Remake von "Der Tag an dem die Erde stillstand", "District 9", "Monsters" oder zuletzt "Skyline": In der einen oder anderen Form behandeln alle das Thema des Erstkontaktes zwischen Menschen und Außerirdischen.

Der aktuelle Invasionsfilm "World Invasion: Battle Los Angeles", der gleich als großes Blockbuster-Kino konzipiert wurde, macht keinen Hehl aus seiner Intention. Hier wird keine subtile Geschichte erzählt, kein unterschwelliger Suspense oder Horror aufgebaut. In einer höchst krawalligen Mischung aus Roland Emmerichs "Independence Day" und Ridley Scotts "Black Hawk Down" kommt es gleich ohne Vorgeplänkel zum Show Down zwischen Mensch und einer bizarren, bionischen, Alien-Spezies.

Getarnt als Meteoritenschauer beginnt die Invasion unseres Heimatplaneten. Die Außerirdischen haben nur eines im Sinn: Die Menschheit soll ausgelöscht und die Ressourcen der Erde geplündert werden. Besonders auf unser Wasser, das im Universum nur sehr selten in flüssiger Form existiert, haben sie es abgesehen; es dient ihnen als Antriebsmittel. Dieser technisch fortschrittlichen, aber aggressiven Spezies gelingt es innerhalb kürzester Zeit, die meisten Metropolen zu erobern. Der Angriff erfolgt immer von See aus. Los Angeles ist eine der letzten Kriegszonen, die von den amerikanischen Streitkräften verbissen verteidigt wird. Man hat vor, durch ein breit angelegtes Bombardement, die Invasoren am Boden zu eliminieren. Zu diesem Zweck ist die Stadt bereits weitgehend evakuiert. Nun soll ein kleiner Trupp Marines die letzten Zivilisten in Sicherheit bringen.

Im Stile eine Pseudodoku wurde in "World Invasion: Battle Los Angeles" versucht die Spannung hoch zu halten und ein permanentes Hautnah-Dabei-Gefühl zu erzeugen. Allerdings kann sich dieses permanente Bildgewackel der Handkamera auch als ganz schön nervig entpuppen. Temporeich und kurzweilig ist das Ganze aber zumindest geworden. Man sollte dennoch eher Fan simpel gestrickter Kriegsfilme, denn halbwegs origineller Scifi-Streifen sein, um so etwas wie Spaß an dem Ganzen zu haben. Viel Neues zu bieten hat der Film definitiv nicht. Im Vergleich zu Neo-Klassikern wie "Independence Day" stellt er sogar einen deutlichen Rückschritt dar: Die Trickeffekte mögen sich weiterentwickelt haben, aber die Storydefizite sind derart eklatant, dass Leben und Tod der Marines zu völliger Belanglosigkeit degradiert werden. Erinnert man sich hingegen noch an Filme wie "Aliens – Die Rückkehr", in dem ebenfalls ein Trupp Marines gegen überaus tödliche Aliens antrat, trauerte man damals beim Verlust jedes liebgewonnen Charakters noch mit; jetzt hingegen, ist jede der Filmfiguren, abgesehen vielleicht von Aaron Eckhart als Staff Sergeant Michael Nantz und Michelle Rodriguez als Tech Sergeant Elena Santos, völlig austauschbar.

Der Verzicht einer stimmigen Vorgeschichte sowie der gründlichen Einführung der Charaktere, möglicherweise auch eine wenig markante Typenbesetzung in der Breite, führen dazu, dass das Geschehen nahezu steril bleibt. Es wird aus allen Rohren geschossen, was das Zeug hält, doch ist das weder irgendwie spannend, noch stellt sich irgendwann, angesichts der ausweglosen Lage, eine Art Mitgefühlebene ein. Als billigen Ersatz gibt es stattdessen überbordendes Militärpathos ohne einen Funken Ironie oder Distanz zum eigenen Werk (auch hier macht "Independence Day" diesem Film einiges vor). Eine Durchalteparolle jagt die nächste, fast könnte man meinen, man befände sich zu Zeiten der Bush-Administration im Irak oder Afghanistan oder in einem schneidig gedrehten Werbespot der US-Army. Das geht sogar soweit, dass völlig darauf verzichtet wurde, auch nur zu erwähnen, dass anderswo auf der Welt, Soldaten anderer Nationen vermutlich ebenso tapfer unsere Welt verteidigen. Dabei hat der Präsident der USA, Barack Obama, selbst längst begriffen, dass es ohne Bündnispartner gar nicht mehr geht. Aber in "World Invasion: Battle Los Angeles" retten die GI´s den Planeten mal wieder im Alleingang.

Fazit: Unorigineller Kriegsfilm, in Ermangelung irdischer Gegner mit bionischen Aliens bevölkert. Der Mangel an Atmosphäre und das Fehlen authentischer Charaktere inmitten des Schlachtgetümmels verhindern, dass man mitgerissen wird. Insgesamt erinnert der Streifen somit eher an einen überambitionierten Pilotfilm zum Auftakt einer beliebigen aber äußerst pathetischen US-Marines-TV-Serie.





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