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Same Same But Different
Same Same But Different
© Delphi Filmverleih

Kritik: Same Same But Different (2009)


Same same – and too much of that: Detlev Bucks Film soll eine moderne Love Story erzählen, ist dafür aber emotional viel zu mager geraten. Eigentlich erstaunlich – beruht der Film doch auf einer wahren Liebesgeschichte, Benjamin Prüfers, "Wohin du gehst. Die Geschichte einer fast unmöglichen Liebe" (2007).
Was im Buch vermutlich durch Reflexionen des Autors deutlich wird, bleibt hier völlig auf der Strecke. Denn wie sich der Student Ben (David Kross) vom Exotik und Drogen konsumierenden Backpacker in Kambodscha zum fürsorglichen Heiler, Ernährer und schließlich Gatten der AIDS-infizierten Ex-Prostituierten Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) wandelt, ist allein durch den Film kaum nachvollziehbar. Nicht nur ist die Liebesgeschichte – so wie Buck sie darstellt – recht einseitig, sondern diese eine Seite, Ben nämlich, wirkt meist abwesend. Die große Leidenschaft vermag Kross nicht eine Sekunde lang zu übermitteln. Ist sein Kampf um Sreykeo ein extremer Fall von Helfersyndrom, oder, und das legt der Film nahe, nimmt er ihn auf, weil er ohnehin keine Richtung im Leben und einfach nichts besseres zu tun hat? Was hinter Sreykeos hübscher Stirn vor sich geht, lässt sich ebenfalls schwer ausmachen. Insgesamt wirkt die Chemie zwischen den beiden gezwungen – Landschaftsaufnahmen transportieren mehr Stimmung als die Schauspieler. Überhaupt arbeitet das Buch den Culture Clash zwischen Hamburg und Phnom Penh reichlich oberflächlich ab.
Trotz alldem ist der Film nicht unsympathisch. Sämtliche Nebenrollen funktionieren nämlich perfekt, sogar Olli Dittrich als Bens Vater. Die echtesten und witzigsten Szenen liefern Jens Harzer, als Bens opportunistisch-schleimiger älterer Bruder und Stefan Konarske, als sein Mitbewohner, der Spaß liebende Schürzenjäger Ed. Neugierig auf mehr macht außerdem Anne Müller, als Praktikantin Claudia.
Aber auch einzelne gute Szenen retten den Film nicht vor dem schnellen Vergessen. Im Bemühen, Kitsch zu vermeiden, erzählt Buck seine Liebesgeschichte so distanziert, dass man sich anstrengen muss, sie zu glauben.





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