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Faster - Hauptplakat
Faster - Hauptplakat
© 2010 Sony Pictures Releasing GmbH

Kritik: Faster (2010)


In Zeiten, in denen prototypische Muskelmänner-Actionhelden in Hollywood so rar gesät sind, dass ein Sylvester Stallone mit fast Mitte 60 immer noch die Bude rocken kann und der ehemalige Gouvernator sogar zurück ins Filmbusiness will, sollten sich harte Kerle wie der Ex-Wrestler Dwayne "The Rock" Johnson vor Actionrollen nicht retten können. Stattdessen taucht er aber zwischendurch immer wieder in Filmen auf, die ihm so gar nicht auf den Leib geschneidert scheinen, wie "Zahnfee auf Bewährung". Sein jüngster Streifen "Faster" ist ein leicht tarantinoesk anmutender Vergeltungsthriller im Roadhouse-B-Movie-Retro-Look. Hierin spielt Johnson einen Ex-Knacki, der nach langjähriger Haft Jagd auf die Mörder seines Bruders macht.

Driver (Johnson) war vor zehn Jahren der Fahrer eines Fluchtautos bei einem Banküberfall. Der Polizei entkommen, lauerten ihnen ein paar Killer auf, die es auf ihre Beute abgesehen hatten. Als sie das Geld hatten, machten sie mit allen kurzen Prozess, einschließlich Driver, dem sie eine Kugel in den Kopf jagten. Im Krankenhaus bereits für tot erklärt, begann sein Herz plötzlich wieder zu schlagen. Nun, zehn Jahre später, befindet er sich mit einer Metallplatte im Schädel auf seinem persöblichen Vergeltungstrip.

Klingt wie eine grundsolide Story für einen knackigen Actionreißer, der nicht unbedingt durch Tiefgang bestechen will, aber ordentliches Krach-Wumm-Kino für die großen Jungs liefert. Bei "Faster" scheint es aber, als wären gleich mehrere Köche beteiligt gewesen, die dem Gericht alle ihre individuelle Note verleihen wollten. So wurde es nicht bei der simplen, aber geradlinigen Basisstory belassen: Neben dieser darf Billy Bob Thornton in einer Nebenhandlung einen schmierigen und drogensüchtigen Cop spielen, der mehr mit sich selber zu schaffen hat, als seiner Arbeit nachzugehen. Die, unter anderem, darin besteht, die Leichen aufzusammeln, welche Driver auf seiner Tour hinterlässt.

Diesem ist überdies noch ein hoch eleganter Killer auf den Fersen, der von einem geheimnisvollen Unbekannten seine Order erhält. Und als wäre das alles nicht genug, um einen Film derart zu überladen, dass er zerfahren wirkt und die eigentlich zu Beginn schön aufgebaute Grundstimmung zumindest teilweise wieder verlorengeht, wurde für den Protagonisten ein völlig unmotiviert eingeführter wie hanebüchen-tragischer Familienhintergrund aus dem Hut gezaubert, der den Streifen überdies vermatscht und weinerlich macht. Weniger wäre in jedem Falle mehr gewesen. Dabei kann man es sich regelrecht aussuchen, was eigentlich überflüssig ist. Mit Johnson auf dem Rachetrip und dem Killer als Antagonisten hätte man es bereits belassen können, stattdessen wurde noch ein Billy Bob Thornton einzig und allein für eine finale Plotpointe verschwendet.

Fazit: Gelingt es, sich von der Grundstimmung des Films anstecken und mitreißen zu lassen, wird man den Fights und der Action einiges abgewinnen können. Die Optik im Retro-Look und ein stimmungsvoller Score tragen zu einem passablen Gesamtbild ebenfalls bei. Wegen der vielen losen Enden, reichlich Logiklücken und der Pseudoambition, mehr sein zu wollen, als eigentlich drin steckt, vermag aber der Film insgesamt nicht rundherum zu überzeugen.




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