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Jack und Jill- Hauptplakat
Jack und Jill- Hauptplakat
© Sony Pictures

Kritik: Jack und Jill (2011)


Dieses Band, so fordert Al Pacino am Ende von "Jack & Jill", dürfe niemand sehen. Dabei ist es doch dieser Ausschnitt aus einem Werbespot, in dem Al Pacino rappend die neue Kaffeesorte "Dunkaccino" anpreist, der der Komödie wenigstens einen abschließenden Lacher beschert. "Jack & Jill" ist die siebte Zusammenarbeit von Regisseur Dennis Dugan und Adam Sandler. Ihnen verdankt das Kino Filme wie "Kindsköpfe", "Leg dich nicht mit Zohan an", "Happy Gilmore" oder zuletzt "Meine erfundene Frau". In ihrem neusten Film zeichnet sich Adam Sandler für das Drehbuch und die Produktion (mit-)verantwortlich, außerdem hat er beide Hauptrollen übernommen. Das Ergebnis ist daher eine vorhersehbare Komödie mit typischem Adam-Sandler-Humor, jeder Menge Furz-Witze, plattem Slapstick und der unvermeidlichen Durchfall-Szene.

Die Handlung ist schnell erzählt: Der Werbeproduzent Jack Sadelstein (Adam Sandler) bekommt jedes Jahr an Thanksgiving Besuch von seiner peinlichen Zwillingsschwester Jill (ebenfalls Adam Sandler). Sie ist tollpatschig, anmaßend und passt gar nicht in Jacks heile Familienidylle. In diesem Jahr hat er zudem berufliche Probleme. Sein wichtigster Kunde will unbedingt Al Pacino in dem Werbespot zu seiner neuen Kaffeesorte sehen, allerdings hat die Schauspieler-Legende bislang jedes Angebot abgelehnt. Verliert Jack jedoch diesen Auftrag, steht seine Firma vor dem Aus. Zu allem Unglück bleibt Jill länger als erwartet und treibt Jack allmählich in den Wahnsinn. Doch ausgerechnet sie erweist sich als mögliche Rettung. Aus für Jack unerklärlichen Gründen verliebt sich Al Pacino (gespielt von Al Pacino) in Jill und sieht in ihr seine Dulcinea, die ihn zurück zu seinen Brooklyner Wurzeln bringt. Doch die spröde Jill fühlt sich nicht geschmeichelt, sondern verbringt ihre Zeit lieber mit dem mexikanischen Gärtner (Eugenio Derbez). Daher muss Jack einige Dinge anstellen, um Al das erhoffte Date mit Jill zu verschaffen.

Diese Handlung liefert ausreichend Gelegenheit, einen Sketch an den anderen zu reihen, wobei die Nebenfiguren schemenhaft bleiben und lediglich weitere Gag-Lieferanten sind. Katie Holmes bleibt als Jacks Ehefrau dekoratives Beiwerk, dem Komiker Eugenio Derbez ist mit seinen "Just kidding"-Klischees über mexikanische Einwanderer noch der beste Running Gag vergönnt. An keiner Stelle des Films entsteht der Eindruck, dass Jill tatsächlich eine Frau und nicht nur Adam Sandler in Frauenklamotten sein könnte. Außerdem konnten die Drehbuchautoren leider nicht darauf verzichten, der Handlung einen moralischen Unterbau über Familienzusammenhalt und die besondere Beziehung von Zwillingen zu geben. Dazu hätte diese Konstellation aber mehr sein müssen als die bloße Gelegenheit für Adam Sandler, sich in einer Doppelrolle zu inszenieren.

So liegt es letztendlich hauptsächlich an Al Pacino, dass "Jack & Jill" lustige Momente hat. Sicherlich mag mancher fragen, wie er in diesen Film geraten konnte. Aber er parodiert sein Image als egomanischer Method Actor derart schonungslos und gnadenlos übertrieben, dass es Spaß macht, ihm zuzusehen. Daher erscheint seine abschließende Forderung, seinen Kaffee-Spot zu verbrennen, auch abwegig. Schließlich hat es sich allein dafür gelohnt, bis zum Ende dieses Films im Kinosaal auszuharren.

Fazit: Für eine Komödie gibt es in "Jack & Jill" herzlich wenig zu lachen – einzig Al Pacino sorgt mit seiner offensichtlichen Spielfreude für einige witzige Szenen.





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