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The Expendables
The Expendables
© 2010 Twentieth Century Fox

Kritik: The Expendables (2010)


Wer eine kleines Problem mit ein paar Bösewichtern hat, der ruft das "A-Team", die zeigen den Schurken was eine ordentliche Harke ist. Wer einen (kleineren) Krieg gewinnen will, sich aber nur einen einzigen Soldaten leisten kann, der ruft "Rambo" – die ultimative Ein-Mann-Sichtungs-und-Vernichtungsmaschine. Doch selbst solch ein begnadeter Schlächter, der nur noch von der kybernetischen Konkurrenz aus Kalifornien übertroffen wird, kommt allmählich in die Jahre. Und dann braucht selbst er ein paar helfende Hände. So könnte Sylverster "Sly" Stallones neuestes martialischen Epos auch den Untertitel: "With a little help from my Friends", oder kurz: "Rambo and Friends" erhalten. Chef der schlagkräftigen Söldnertruppe ist Barney Ross (Sylvester Stallone). Er ist der Mann fürs Grobe, das ultimative Fleckensalz, das sich manch eine westliche Nation einkauft, wenn sie keine reguläre Einheiten entsenden kann, aber eine porentiefe Reinigung erwartet.

Ihm zur Seite stehen Messerspezialist Lee Christmas (Jason Statham), Nahkampfexperte Yin Yang (Jet Li) sowie die Veteranen Hale Caeser (Terry Crews), Toll Road (Randy Couture) und Gunnar Jensen (Dolph Lundgren). Alles beginnt wie so oft mit einem Auftrag aus zwielichtigen regierungsnahen Kreisen, den Barney vom aalglatten Church (Bruce Willis) erhält. Das Ziel lautet: den mörderischen Diktator General Garza (David Zayas) im Inselstaat Vilena zu stürzen und dem Volk die Freiheit wiedergeben – für die eingespielte Truppe eigentlich eine Routinemission. Der wahre Herrscher in Vilena ist aber der skrupellose Ex-CIA-Mann James Monroe (Eric Roberts) mit dem Barney nicht rechnete. Samt Kumpel Lee entkommt er nur knapp mit heiler Haut von der Insel. Dafür gerät die schöne Sandra (Giselle Itie) in Gefangenschaft, die ihnen als Informantin und Kontakt auf der Insel diente; kurzerhand entschließt sich Barney, Vilena noch mal einen Besuch abzustatten – Ehrensache, dass ihn die alte Truppe begleitet.

Normalerweise landen solche B-Movies automatisch auf der Trash-Halde; wenn aber sich solch ein Cast, der 80er und 90er Top-Actiondarsteller zusammenfindet (abgerundet von Mickey Rourke, der als zenhafter Tätowierer eher für die transzendenten Anteile des Films verantwortlich ist), dann kann das schon einen Gang ins Kino lohnen. Dass die Story im Prinzip sinnfrei ist und in der Inszenierung einige eklatante faux pas zu finden sind, interessiert ernstlich keinen. Der Streifen ist überdies chauvinistisch, sexistisch und trieft vor Testosteron! Hier tritt schließlich noch einmal die Topgarde der Holter-die-Polter-Veteranen an, um es richtig krachen zu lassen, und das tun sie dann auch gehörig.

So avancieren dann auch markige Oneliner, bei denen man sich in manch einer anderen Produktion die Haare gerauft hätte, zu kultverdächtigen Sprüchlein. Es ist halt einfach schön diese Jungs gemeinsam vor der Kamera und bei der Arbeit zu erleben. Und wer nun, statt auf einen versönlichen Abschluss von Sly's Karriere, sich auf noch mehr davon freut, könnte in Zukunft durchaus beglückt werden. Zwar verspürt man eine sich anbahnende Staffelstab-Übergabe; Stallone und Statham haben einen Menge Szenen gemeinsam, bei denen es aussieht, als wäre der Action-Hero vergangener Jahrzehnte mittendrin, das Zepter an den der künftigen, zu übergeben – noch ist es aber nicht soweit.

Fazit: Hirnschmalzfreie, infantile Krach-Wumm-Action vom Allerfeinsten, Ideal mit ein paar Kumpels und ordentlich Bier zu genießen. War "Sex and the City" eine männerfreie Zone, so braucht sich keine Dame gezwungen fühlen, sich in "The Expendables" zu verirren. Warmduscher, Sockenbügler und Bergaufbremser unerwünscht.





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