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Kritik: A Film with Me in It (2008)


Schon der Titel „A Film With Me In It“ verspricht einen ungewöhnlichen, sehr wahrscheinlich selbstreferentiellen und schrägen Film, und der Anfang von Ian Fitzgibbons Werk erfüllt diese Erwartungen voll und ganz: Der Schauspieler Mark (Mark Doherty) trifft bei einem Vorsprechen auf einen wunderlichen Regisseur (Neil Jordan in einem herrlichen Gast-Auftritt) und dessen Assistentin, es folgt ein peinlicher Dialog, dann kann Mark gehen. Ratlos kehrt er in seine trostlose Wohnung zurück, in der er mit seinem pflegebedürftigen Bruder und seiner Freundin Sally (Amy Huberman) lebt, die ihn aber schon längst nicht mehr im gemeinsamen Schlafzimmer übernachten lässt. Keine Frage, Mark ist ein Verlierer, ein dünner, arbeitsloser Dubliner Schauspieler, der ständig mit der Miete im Rückstand ist und dessen einzige Freunde ein fauler Wolfshund und sein ebenso erfolgloser Nachbar Pierce (Dylan Moran) sind. Während Mark sein Leid eher schweigsam erträgt, schwadroniert Pierce gerne über die Drehbücher, an denen er schreibt – meist eine krude Mischung aus bereits existierenden Filmen. Eine ganze Weile begleitet der Zuschauer die zwei Verlierer durch ihren Alltag bis die Handlung Fahrt aufnimmt: Durch einen herunterstürzenden Kronleuchter stirbt Marks Bruder, wenige Minuten später stürzt Marks Vermieter beim Auswechseln einer defekten Lampe in Marks Küche auf einen Schraubenzieher. Niemand wird ihm glauben, dass sich zwei Unfälle in kurzer Zeit in seiner Wohnung ereignen – selbst Pierce hält seinen Freund für einen Mörder. Doch dank seines unerschütterlichen Selbstvertrauens ist Pierce überzeugt, dass nur er Mark helfen kann und gibt ihm regelrechte Regieanweisungen. Allerdings mit mäßigem Erfolg. Denn diese beiden Toten sind nur der Anfang einer Reihe absurder Verwicklungen, an deren Ende weitaus mehr Leichen stehen.

Der Film entfaltet einen Großteil seiner Komik im Zusammenspiel mit den filmischen Ideen der Hauptdarsteller. Pierce Kenntnisse vom Spurenverwischen stammen direkt aus Serien wie C.S.I., auch seine Überlegungen über möglichst glaubwürdige Fundsituationen der Leichen weisen auf seine Filmleidenschaft hin. Wenn er mit Mark dessen Aussage bei der Polizei übt, ist es einfach nur schräg, zumal Pierce ohnehin absurden Ideen stets von einer noch aberwitzigeren Wirklichkeit eingeholt werden. Dabei schafft es „A Film With Me In It“, die einfache, aber wirkungsvolle Plotidee zu wiederholen, ein halbwegs glaubwürdiges Ende zu finden und alles mit einem gelungenen Cameo-Auftritt von Jonathan Rhys-Meyer abzurunden.

Es ist vor allem dem Charme der Hauptdarsteller zugute zu halten, dass der Zuschauer auch die verstiegensten Wendungen gerne hinnimmt. Mark Doherty hat sich mit dem arbeitslosen Schauspieler seine Rolle selbst auf den Leib geschrieben, aber auch Dylan Moran ist großartig als vermeintlich origineller Regisseur Pierce.
Hierzulande sollte man den Film unbedingt im Original sehen, da in der englischen Sprachfassung der Wortwitz und die absurde Komik weitaus besser zur Geltung kommen. Gegen Verständnisprobleme aufgrund des mitunter starken irischen Akzentes helfen die Untertitel wunderbar.

Fazit: Sicherlich präsentiert "A Film With Me In It" keine neuen Ideen, aber der Film unterhält mit seinem Verlierercharme und seinen schrägen Ideen.





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