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Meine erfundene Frau - Hauptplakat
Meine erfundene Frau - Hauptplakat
© 2010 Sony Pictures Releasing GmbH

Kritik: Meine erfundene Frau (2010)


Die charmant-witzige Komödie "Die Kaktusblüte" (1969) wurde von Dennis Dugan unter dem Titel "Meine erfundene Frau" mit seinem langjährigen Hauptdarsteller Adam Sandler ins 21. Jahrhundert transportiert und mit typisch derben Witzen versehen. Im Original spielt noch Walter Matthau den New Yorker Zahnarzt Julian Winston, der seiner jungen Flamme Toni Simmons (Goldie Hawn) vorgaukelt, er sei verheiratet und Vater dreier Kinder, damit er sie nicht heiraten müsse. Schließlich merkt er aber, wie viel ihm an ihr liegt, also will er sich von seiner nicht existierenden Frau scheiden lassen. Doch Toni möchte sie zuvor kennenlernen, also bittet er seine Sprechstundenhilfe Stephanie (Ingrid Bergman), seine Frau zu spielen – und muss erst noch erkennen, wem sein Herz eigentlich gehört.

Im 21. Jahrhundert ist nun alles ein wenig mondäner: Aus dem Zahnarzt ist der plastische Chirurg Danny Maccabee (Adam Sandler) geworden, der schnell herausgefunden hat, dass ein Ehering nicht unbedingt ein Hindernis beim Kennenlernen von Frauen ist. Jeder tischt er eine andere traurige Geschichte über den Zustand seiner Ehe auf, so dass er immer auf seine Kosten kommt, aber niemals Verantwortung übernehmen muss. Seit Jahren lebt er so, doch nun lernt er die zauberhafte Palmer (Brooklyn Decker) kennen und verliebt sich in sie. Allerdings würde Palmer niemals etwas mit einem verheirateten Mann anfangen, folglich muss Danny sich scheiden lassen. Dummerweise will Palmer seine Ex-Frau vorher kennenlernen, also bittet Danny seine Sprechstundenhilfe Katherine (Jennifer Aniston) um Hilfe. Eine Lüge führt zur nächsten und schließlich landen Danny, Palmer, Katherine mitsamt deren zwei Kindern und Dannys Cousin Eddie (Nick Swardson) auf Hawaii.

Bei "Meine erfundene Frau" hat ein bewährtes Team zusammengearbeitet: Für Regisseur Dennis Dugan ist es die sechste Zusammenarbeit mit Adam Sandler, welcher den Film mit produziert hat. Gemeinsam ist ihnen ein leidlich unterhaltsamer Streifen gelungen. Es gibt viel typischen Adam-Sandler-Humor, einige gelungene Dialogzeilen und jede Menge Anzüglichkeiten inklusive langer Bikini-Szenen mit Ex-Victoria’s-Secrets-Model Brooklyn Decker. Allerdings wirkt vieles sehr übertrieben: Die Vorgeschichte mit der geplatzten ersten Hochzeit von Danny inklusive übergroßer Nase ist ebenso überflüssig wie die groteske Aneinanderreihung der platten Schönheitschirurgie-Gags. Hier verschenkt der Film viel Potential, zumal er schon durch seine herrlich übertriebenen und klischeehaften Nebenfiguren einige sichere Lacher hat. Nicole Kidman als Katherines Lieblingsfeindin Devlin ist so typgerecht besetzt, dass man sich unweigerlich fragt, ob die australische Schauspielerin tatsächlich über so viel Selbstironie verfügt. Doch auch Dave Matthews als Devlins Ehemann unterhält bestens.

Allerdings sind insgesamt zu viele Gags erschreckend flach und ist die Handlung zu vorhersehbar. Überzeugte "Die Kaktusblüte" mit Ironie und tollen Darstellern, setzt "Meine erfundene Frau" auf Fäkalhumor und die Popularität der Hauptdarsteller. Fraglos spielt Adam Sandler abermals routiniert den charmanten Lügner, dem Jennifer Aniston die von ihr bekannte Natürlichkeit entgegensetzt. Aber es wäre schön gewesen, auch einmal neue Seiten zu sehen. Zwar dürften die Erwartungen der Fans nicht enttäuscht werden, aber eine gute Komödie ist "Meine erfundene Frau" noch lange nicht.

Fazit: "Meine erfundene Frau" bedient das Bild eines typischen Adam-Sandler-Streifens: Es gibt viele platte Gags, überzeichnete Figuren, hübsche Frauen und Fäkalhumor. Wer sich darüber amüsieren kann, wird das Kino zufrieden verlassen.





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