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Weil ich schöner bin
Weil ich schöner bin
© Filmgalerie 451

Kritik: Weil ich schöner bin (2010)


"Weil ich schöner bin" ist ein intensives Teenager-Drama des Stuttgarter Regisseurs und Produzenten Frieder Schlaich, das seine auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte von der 13-jährigen Valentina, die jahrelang ohne gültigen Pass in Deutschland lebte, aus der Perspektive einer Jugendlichen erzählt.
Schätzungsweise leben alleine in Berlin aktuell 20.000 bis 30.000 so genannte "Illegale". Schlaich gelingt es, die Lebenswelt eines scheinbar normalen Teenagers, mit all den bekannten Problemen, Ängsten und Hoffnungen, nachvollziehbar und realistisch darzustellen und diese scheinbare Normalität mit dem komplexen Thema des "illegalen Aufenthaltes" zu verbinden.

"Weil ich schöner bin" erzählt auf der einen Seite von den bekannten Problemen und Gefühlswelten, die man als Teenager bewältigen und durchleben muss. Im Zentrum der Story stehen die beiden besten Freundinnen Charo und Laura, zwei 13-jährige Mädchen, die – wie alle Mädchen in ihrem Alter – gerne shoppen gehen, sich die Haare färben und sich für die coolsten Jungs auf der Schule interessieren. Somit ist "Weil ich schöner bin" zunächst einmal ein gelungener Coming-of-Age-Film, der authentisch in die Lebenswelt dieser Teenager eindringt und deren Alltag für den Zuschauer deutlich macht.
In den ersten Minuten des Films schwingt der Umstand, dass sich Charo mit ihrer Mutter illegal in Berlin aufhält, deshalb auch nur beiläufig mit. Natürlich ist das stetige Gefühl der Unsicherheit immer präsent und die Angst vor Entdeckung lässt sich nie völlig in den Hintergrund rücken. Dennoch gelingt es der Kleinfamilie, eine gewisse Normalität in den Alltag und in diese alles andere als gewöhnliche Situation einkehren zu lassen.

Doch das ändert sich auf drastische Weise: Bei einer polizeilichen Kontrolle fliegt die Mutter auf und wird aufgefordert, innerhalb von zwei Wochen, das Land zu verlassen. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich auch die Stimmung des Films merklich und aus dem Teenager-Film wird ein intensives, sensibel erzähltes Familien-Drama. Fortan steht der Kampf der beiden Freundinnen um Charos Zukunft in Deutschland im Zentrum der Handlung.

Konsequent erzählt der Film seine Geschichte über den gesamten Zeitraum aus der Perspektive von Charo. Für Abwechslung und unterhaltsame Momente bei all der bleiernen Schwere der Thematik sorgen immer wieder witzige Ideen und Einsprengsel. So gibt es etwa animierte Szenen, in denen Charo mit ihrer besten Freundin als Western-Heldin in Schwarz-Weiß-Bildern durch die Gegend stürmt oder sich vorstellt, in einem Flugzeug ihren Problemen und Sorgen davon zu fliegen. Auf diese Weise schafft es der Film erstaunlich gut, das Thema "Illegalität" und "unsichere Lebenssituation" für ein junges Publikum auch bis zu einem gewissen Grad unterhaltsam und abwechslungsreich aufzubereiten. Die junge Mariangel Böhnke als Charo ist darüber hinaus eine echte Entdeckung.

Fazit: "Weil ich schöner bin" ist eine gelungene Mischung aus authentischem Coming-of-Age-Film und mitreißendem Familien-Drama. Dem Film gelingt es dabei, mit guter Hauptdarstellerin sein komplexes Thema jugendgerecht aufzubereiten.




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